1. Home
  2. Body & Health
  3. Mind
  4. Cara Delevingne und Ashley Benson – Wie umgehen mit Online-Hass?

So lieber nicht, Cara und Ashley!

Wie gehen wir am besten mit Online-Hass um?

Nicht nur Promis wie Ashley Benson und Cara Delevingne sind Hasstiraden auf Social Media ausgesetzt. So macht ihr Trolls stilsicher den Garaus.

Cara Delevingne und Ashley Benson

Ashley Benson und Cara Delevingne sind glücklich verliebt.

Instagram.com/sweetbabyjamie

Was gibt es Schöneres als die erste Phase einer neuen Beziehung? Wenn die Schmetterlinge im Bauch flattern und das Grinsen wie ins Gesicht gemeisselt ist. Seit August 2018 schweben auch Schauspielerin Ashley Benson («Pretty Little Liars») und Supermodel Cara Delevingne auf Wolke sieben. Das schöne Paar feiert seine Liebe öffentlich – und hält sich dabei auch auf Social Media nicht zurück. Doch: Immer wieder werden Fotos der beiden mit homophoben Äusserungen kommentiert. 

Jetzt lassen die beiden sich das nicht mehr länger bieten, gehen in die Offensive und falten Trolls vor versammelter virtueller Mannschaft zusammen. Während Ashley noch besonnene Worte findet, teilt Cara richtig aus: «Du bist verdammt ekelhaft! Wenn du ein Problem mit echter Liebe hast, dann sag mir die Sch***se ins Gesicht, anstatt so bemitleidenswert über auf Instagram zu haten», schrieb sie kürzlich.

Nicht nur Prominente sind konfrontiert mit Menschen, die die Anonymität des Internets nutzen, um Hassbotschaften und Beleidigungen zu verbreiten. Jugendliche werden vermehrt Opfer von Cyber-Mobbing.

Aber was tun, wenn man mit Online-Hass konfrontiert wird? Nun, lieber nicht das, was Ashley und Cara getan haben, denn: «Auf Hass mit Hass zu reagieren, ist nicht besonders souverän», sagt Claudia Haag, eidgenössisch anerkannte Psychotherapeutin FSP mit eigener Praxis in Zürich. Uns hat sie verraten, wie man es besser macht:

Es nicht persönlich nehmen

«Das ist gar nicht so einfach, denn meistens sind es die Sachen, die bei uns einen wunden Punkt treffen, die uns am meisten aufregen», sagt Haag. Trotzdem sei es wichtig, sich von Hater-Kommentaren klar abzugrenzen und sich die Anschuldigungen nicht zu sehr zu Herzen zu nehmen. Was laut der Expertin hilft: «Sich von dem Gedanken verabschieden, dass man jedem gefallen möchte. Es wird immer Leute geben, die einen nicht toll finden. Genauso wie es immer Leute geben, die man selbst nicht toll findet.»

Keine Aufmerksamkeit schenken

«Wer andere grundlos im Netz niedermacht, möchte sich damit in den Mittelpunkt stellen», sagt Haag. Die grösste Strafe für Hater ist es deshalb, wenn sie ignoriert werden. Irgendwann wird die mobbende Person das Interesse verlieren und die Belästigungen stoppen. Auch für die eigene Psychohygiene ist Ignorieren die beste Strategie, denn: «Je mehr man sich mit der Sache auseinandersetzt, desto mehr stresst sie einen selber.» Deshalb am besten löschen und vergessen.

Anständig bleiben

Möchtet ihr trotzdem auf den Kommentar reagieren, weil ihr zum Beispiel etwas richtigstellen wollt, dann bleibt fair und werdet nicht beleidigend. Denkt daran, dass die Öffentlichkeit auch hier mitliest. «Wer selbst ausfallend wird, zeichnet kein besonders sympathisches Bild von sich», findet Haag.

Proaktiv handeln

«Stellt man fest, dass eine Person immer wieder das eigene Profil besucht und doofe Kommentare hinterlässt, kann man sie einfach mal darauf ansprechen», rät Haag. Auch das aber immer freundlich, bitte. «Man könnte zum Beispiel schreiben, dass man sich über das Interesse freut». Oft fühlen sich Trolls dann entlarvt und verschwinden von allein.

Kritiker von Hatern unterscheiden

Nur weil jemand etwas sagt, das uns vielleicht nicht gefällt, muss dieser jemand nicht zwingend ein Troll oder Hater sein. Es gibt durchaus berechtigte Kritik. «In diesem Fall reagiert man am besten, indem man der Person ihre Meinung zugesteht, aber deutlich macht, dass man es trotzdem anders sieht», so Haag. 

Vorausdenken

Wer austeilt, muss auch einstecken können. Geht ihr selbst immer wieder hart mit anderen ins Gericht, dürft ihr nicht überrascht sein, wenn sie mit euch dasselbe tun. «Am besten überlegt man sich vor einem Post, ob man damit ungewünschte Reaktionen provozieren könnte», rät Haag. Habt ihr Bedenken, dann verkneift euch den Beitrag vielleicht einfach und spart euch die Nerven.

Rechtliche Schritte einleiten

Beschimpfung, üble Nachrede, Drohung, Hacken eines Profils: Nicht zuletzt ist all dies strafbar. «Als Erstes sollte man deshalb Beweise sammeln, die Person blockieren und den Vorfall bei den entsprechenden Seiten melden», so Haag. 

Von Marlies Seifert am 30.04.2019