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Hunger oder einfach nur gestresst?

Wie wir Stress-Eating überlisten

An stressigen Tagen helfen uns Schoggi und ihre Brüder und Schwestern über die Runden. Dass das nicht gesund ist, versteht sich von selbst. Doch wie entsteht das starke Verlangen nach Junk-Food in hektischen Situationen und wie können wir unseren Körper austricksen?

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Wir sagen Stress-Eating den Kampf an und verraten, wie wir Heisshungerattacken überlisten. 

Getty Images

Was ist Stress-Eating eigentlich?

Wir haben uns gerade mit dem Partner gestritten, im Büro werden wir mit Arbeit überhäuft oder die nächsten Semesterprüfungen stehen schon bald wieder an. Die einfache Lösung? Erst mal kurz zum Kühlschrank und dann geht’s wieder. Klar, sich einen kleinen Motivationskick geben, ist sicher nicht falsch. Was aber, wenn es nicht bei einem Stück Schokolade bleibt, sondern schwuppdiwupp die ganze Tafel weg ist? Na, fühlt ihr euch ertappt? Dann könnte es sein, dass ihr zu den emotionalen Essern gehört oder unter sogenanntem Stress-Eating leidet. Aber keine Sorge, bis zu einem gewissen Grad ist das alles ganz normal. Laut Studie sind nämlich drei von vier Menschen davon betroffen.

Wie geht das?

Drehen wir ein paar Jahre zurück. Genauer gesagt, ein paar tausend. Unsere Vorfahren mussten sich damals noch vor wilden Tieren in Sicherheit bringen. Um so schnell wie möglich Säbelzahntigern zu entkommen, brauchten unsere Muskeln Glukose. Glücklicherweise müssen wir heute nicht mehr auf diese Art und Weise um unser Leben bangen. Die Reaktion unseres Körpers bei Stress hat sich aber im Laufe der Jahrtausende nicht verändert. Wenn wir also gestresst sind, setzt unser Körper Cortisol frei, das die Freisetzung von Glukose (alias schnell verfügbare Energie, die in Ihrem Körper gespeichert ist) auslöst. Konkret löst Cortisol also Heisshunger auf zuckerhaltige Nahrungsmittel wie Schokolade und Chips aus, um möglichst schnell an Energie zu kommen. Ist der Schokoriegel erstmal verdrückt, ist unser Gehirn glücklich – zumindest vorerst.

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Aber wann wird Stress-Essen besorgniserregend? Klar, es ist absolut nichts Falsches daran, sich in einer Stresssituation etwas zu gönnen – und JA, ein Keks oder Eis kann einem den nötigen Motivationsschub geben! Wenn Menschen aber versuchen, die Stressgefühle mit Essen zu betäuben, anstatt mit dem Stress umzugehen, ist dies weder gut für unsere Psyche noch für unseren Körper.

Und was tun wir dagegen?

Jaja, wir wissen es ja eigentlich alle – aber Planung ist echt die halbe Miete. Wenn euer Terminkalender noch so voll ist, könnt ihr mit einer guten Planung so manche Stresssituation vermeiden. Kommt es dann doch mal zu einem hektischen Moment, heisst es erstmal durchatmen. Tiefe Atemzüge versorgen den Körper mit Sauerstoff und wirken beruhigend. Erstellt euch zudem eine Playlist mit Songs, die euch gut tun und wieder runterholen. 

Nützt das alles nichts, ist es wichtig, eine Strategie zu haben, um sich abzulenken und nicht dem Heisshunger komplett zu verfallen. Beispielsweise mit Bewegung. Keine Angst, wir wollen euch nicht noch zusätzlich zu eurem stressigen Alltag auch noch zwei Stunden Fitness aufdrängen. Helfen können aber bereits schon eine Runde um den Block oder ein kleiner Spaziergang in der Mittagspause. 

Wer sich dennoch nach etwas zu knabbern sehnt, sollte eine gute Alternative zu Chips und Zuckerhaltigem bei sich haben. Energy Bars oder ein Nussmix mit Früchten geben uns ebenfalls viel Energie, sind genauso lecker und deutlich gesünder für unseren Körper. 

Von Nadine Schrick am 12.09.2020
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