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  4. Emily Ratajkowski ist blond: So fühlt sich die Haarfarbe an

Emrata ist plötzlich hell und wir fragen uns:

Haben Blondinen wirklich mehr Spass?

Huch! Als wir heute Morgen Instagram öffneten, haben wir uns alle ein bisschen erschrocken. Uns strahlte nämlich Emily Ratajkowski entgegen – als Blondine. Unsere Autorin hat eine ähnliche Haar-Story hinter sich und erinnert sich, wie sich das anfühlte.

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Der blonde Schopf steht Emily Ratajkowski, keine Frage. Ob sie nun mehr Spass im Leben hat?

instagram/emrata

Ich weiss nicht, welches Bild euch so im Kopf vorschwebt, wenn ihr an Emily Ratajkowski denkt, aber ich starte mal einen vagen Verdacht: eine hübsche, oft wenig bekleidete Frau, eine Ab-Crack, die nicht von dieser Welt zu sein scheint, ein voller Schmollmund und lange, braune Haare. Kommt das so ungefähr hin? Nun, ab sofort nicht mehr. Denn Emily ist jetzt blond. Und liebt es, sagt sie. Ich kann das nachfühlen. Denn ich habe eine ähnliche Geschichte hinter mir. 

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Plötzlich blond

Ich bin – anders als das Model – als Blondine geboren. Ziemlich lang und ziemlich weiss waren meine Haare, bis ich 14 war. Dann schnitt ich sie ab und färbte sie vom einen auf den anderen Tag dunkelbraun (dass ich meine Mutter vorher circa drei Monate lang überreden musste, erklärt sich von selbst). Seitdem war ich immer dunkelhaarig. Irgendwann wusste selbst meine Familie nicht mehr so genau, wie ich blond eigentlich aussah. Brünett war einfach meins. Bis ich, weitere 14 Jahre später, der Meinung war, ich müsste jetzt wieder hell werden. Also so richtig. Die Platin-Variante. Weil ich nicht Emily Ratajkowski bin, dauerte der Prozess bei mir fast ein Jahr lang und tat aus finanzieller Sicht sicherlich deutlich mehr weh. Aber: Auch ich liebte es. 

Und alles ist anders

Woran das lag? Klar, zum einen an der Farbe (habe ich vorher Schwarz getragen, sah ich sehr deprimiert auf. Bei blondem Haar ist das ganz anders). Auf der anderen Seite wusste ich bis dahin aber auch längst nicht mehr, wie gut es sich anfühlt, als Blondine durchs Leben zu gehen:

Kaum waren meine Haare hell, fanden mich alle pauschal super nett. Ich würde von mir behaupten, ich war auch vorher kein Monster. Aber ich bekam von Freunden und Bekannten immer wieder zu hören, dass sie eigentlich dachten, ich sei total arrogant und unfreundlich (love you, guys!). Offensichtlich sah ich dunkelhaarig nicht gerade wie ein Sonnenschein aus. Und auch nicht gerade blutjung: Ich wurde (von 14 an) immer älter geschätzt, als ich war. Früher war das mal ganz cool. Irgendwann verliert es seinen Reiz zu hören «Kraaaass, ich dachte du seist viel älter.» Alles anders, als ich blond war. Ich habe plötzlich wahnsinnig viele Komplimente für meine Haarfarbe bekommen (mal ganz nett, mal einfach nur awkward) und ja, ich würde sagen das Leben war allgemein etwas einfacher. Oder nennen wir es lieber … simpler. 

Bin ich jetzt dumm?

Denn da gab es einen Unterschied. In meinem Kopf. Ich hatte ständig das Gefühl, die Leute wollten nicht einfach freundlich sein, sondern trauten mir nicht zu, einige Dinge selber zu erledigen. Finden vielleicht, ich wirke naiv. Ich hatte ständig das Gefühl, ich müsste mich mehr beweisen als sonst und dass die Menschheit mich für dümmer hielt, als ich bin. Ich schätze, ich habe mir davon mehr eingebildet, als tatsächlich der Wahrheit entsprach. Aber, wenn ihr mich fragt, ob ich als Blondine mehr Spass hatte: Nö. Ich glaube, dazu war ich auf lange Sicht einfach nicht selbstsicher genug. 

Als Model und Vertreterin von öffentlich zur Schau gestellten Nippeln hat Emily Ratajkowski da vermutlich etwas bessere Voraussetzungen als ich. Ob sie letztendlich blond bleiben wird (und mehr Spass hat als zuvor) müssen wir wohl einfach abwarten. Währenddessen kämme ich mir noch so ein-, zweimal durch meine längst wieder tiefbraune Mähne. 

Von Malin Mueller am 24.06.2020
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