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Fashion Week Diary

Das Pariser Modewochenende und seine Opfer

Nach den Modewochen in Mailand geht es für unseren Fashion Director Laura Catrina weiter nach Paris. Hier sucht sie zwischen Catwalks und Croissants nach den neuesten Trends und nimmt uns im Fashion Week Diary mit.

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Unsere Redaktorinnen sind nicht die einzigen, denen das Wetter in Paris zusetzt. 

Getty Images

Das Wochenende startet in Paris am Freitagabend mit der Show von Celine, die mehr an ein Rockkonzert erinnert, als an die Modewoche. Die Location dazu ist das auf der Place Vauban aufgestellte Zelt, das einen Seite hin mit grossen Fenstern versehen ist, die den Zuschauern einen Blick auf die nächtliche Stadt bieten. Das Set besteht aus einer leuchtenden, sich bewegenden Installation, die auf das alte Celine-Logo referiert.

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Das Setting mitsamt Ausblick bei Céline.

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Auch die Kleider sind retro und werden von spindeldürren Models, die allesamt wie Rockstars aussehen, getragen. Überraschen tut das nicht: Von Chefdesigner Hedi Slimane ist man nichts anderes gewohnt. Der Franzose implementiert seine Vision von Celine jede Saison mit den gleichen Zutaten. Neu ist der leicht düstere Unterton seiner Seventies-Bourgeoisie-Fantasie. Der zieht sich auch durch die Kollektionen anderer Häuser hier in Paris. Dries Van Noten nannte es Nocturnal Glamour, Balenciaga und Valentino zeigten beide mehrheitlich schwarze Kreationen. Die Farbe ist so präsent wie lange nicht mehr. Ob die Ereignisse der letzten Wochen die Designer so düster gestimmt haben?

Der Gegenentwurf aus der Schweiz

Einen gänzlich gegensätzlichen Weg geht Kévin Germanier. Seine Entwürfe, die er in den Räumen des Auktionshauses Christie’s präsentiert, könnten bunter und fröhlicher nicht sein. Der junge Schweizer Designer ist ein Pionier des Upcycling-Designs, das aus gebrauchten oder weggeworfenen Materialien Neues macht. Germaniers mit Federn oder Swarovski-Steinen aus Restbeständen besetzte Kleider sind eine Wohltat fürs Auge im grau-kalten Paris. 

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Bei Schweizer Designer Kévin Germanier gibt es Farben im Überfluss. 

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Kollaborations-Traum

Für die coolste Collab dieser Fashion Week ist das junge Schuh-Label Nodaleto verantwortlich. Zusammen mit dem bekannten Keramik-Brand Anissa Kermiche hat Gründerin Julia Toledano eine Vase in der Form eines Nodaleto-Schuhs kreiert. Julia ist die Tochter vom CEO des Modekonzerns LVMH und verfügt damit über beste Beziehungen, um ihren eigenen Brand aufzubauen und zu vermarkten. Was jedoch keinesfalls bedeutet, dass ihre Designs nicht zu überzeugen vermögen: Ihr architektonischer Block-Heel ist schon jetzt, knapp ein Jahr nach Gründung des Labels, zu einem Markenzeichen geworden und wir sehen ihn die Tage an den Füssen so mancher Fashionweek-Besucherin. 

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Nodaleto und Kemiche sorgen für die Must-Have-Vase der Saison. 

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Am Samstag zur Primetime um zwanzig Uhr sind wir zur Hermès-Show geladen. Adrette Kellner reichen Champagner und Häppchen und wir sind im siebten Himmel. Die Kollektion ist, wie schon das Setting andeutet, vom Springreiten inspiriert und zeigt viel Weiss und knallige Blockfarben. Die für das Traditionshaus ungewöhnlich bunten Kreationen funktionieren erstaunlich gut und wirken wie eine Vitaminspritze nach dem vielen Schwarz, das wir gesehen haben. Die besten Looks sind die simpelsten: perfekt geschnittene Lederhosen mit langärmligen Poloshirts oder Kaschmirpullover mit Stehkrägen durch die man ein Carré oder einen Choker durchziehen kann. Nur eines von vielen ausgeklügelten Details von Kreativdirektorin Nadége Vanhee-Cybulski. 

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Bei Hermès sind die simpelsten Looks die besten. 

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Und zum Schluss?

Das harsche Wetter der letzten sechs Tage fordert seine Opfer und so müssen wir zum krönenden Abschluss dieses Wochenendes die Givenchy-Schau am Sonntagabend schweren Herzens vom Hotelbett aus live-streamen – mit der Hoffnung, morgen wieder genug fit zu sein für die finalen zwei Tage des Mode-Marathons. 

Von Laura Catrina am 02.03.2020
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