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Den Spice Girls sei Dank

Die Story hinter dem berühmtesten Minikleid ever

1997 machten wir Bekanntschaft mit einem Kleid, das in die Geschichte eingehen würde: Das ultraknappe Union-Jack-Dress, das Geri Halliwell während ihres Auftritts an den Brit Awards präsentierte. Doch hinter dem Look steckt mehr als nur ein bisschen Stoff …

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Mit ihrem Auftritt an den Brit Awards 1997 sorgte Geri Halliwell für einen weltweiten Trend.

Getty Images

Ach, die 90er. Unser Lieblingsjahrzehnt war voll mit modischen Highlights, von denen wir bis heute zehren: Kate Moss' Heroin-Chic, die cleane Calvin Klein Werbung, Scrunchies, Bauchtaschen, wilde Frisuren. Oder, um alles zusammenzufassen: die Spice Girls. Sie hatten alles. Sie waren Vorbilder. Und sie setzten Trends, die die ganze Welt bewegten. Oder hatte etwa jemand von euch Ende der 90er-Jahre nicht mindestens ein Teil mit der britischen Flagge im Kleiderschrank? Schuld daran war Geri Halliwell aka «Ginger Spice» und ihr Auftritt an den Brit Awards 1997.

UNITED KINGDOM - FEBRUARY 24:  BRIT AWARDS, EARLS COURT  Photo of SPICE GIRLS, Group performing live on stage, giant screen L-R Melanie Chisholm (Mel C), Emma Bunton, Melanie Brown (Mel B), Geri Halliwell and Victoria Adams (Beckham)  (Photo by JMEnternational/Redferns)

Die Rückansicht der Spice Girls während der Brit Awards 1997.

Redferns
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Mini, Lackstiefel und jede Menge Girl Power

Auf der Bühne stand sie damals – auf dem Höhepunkt ihrer Karriere – in einem ultraknappen Minidress mit Union-Jack-Aufdruck und knallroten Lacklederstiefeln. Dachten wir zumindest. Der Vogue hat sie jetzt verraten, dass es sich etwas anders zugetragen hat. Eigentlich war ihr Kleid schwarz.

«Ich erinnere mich, dass sie mir dieses kleine, schwarze Gucci-Dress zeigten. Es sah aus wie etwas, das Marilyn in den 50ern zum Schwimmen getragen hätte.»

Jap, wir können es bestätigen, Schnitt und Länge kommen hin:

American actress Marilyn Monroe (1926 - 1962) wearing a bathing suit and with her legs in a swimming pool circa 1951. (Photo by Archive Photos/Getty Images)

Marylin Monroe, 1951.

Getty Images

«Ich war nicht überzeugt, dass es speziell genug für diesen grossen Anlass ist.» Also sorgte Ginger Spice selbst dafür, dass ihr Outfit spektakulär genug für die Brit Awards wurde. Sie liess ihre Schwester ein Geschirrhandtuch mit der britischen Flagge auf die Vorderseite des Kleids nähen (Side Note: Wenn ein Küchenhandtuch gross genug ist, um die komplette Front eines Outfits abzudecken, könnt ihr euch vorstellen, WIE knapp Geris Look wirklich war). Das Ergebnis zeigte sie stolz ihrer Stylistin – und wurde prompt enttäuscht. Zu diesem Zeitpunkt war die britische Flagge nämlich alles andere als ein Kultdruck. Sie galt vor allem als Symbol einer rechtsradikalen Gruppe, der «National Front», die die Fahne zusammen mit dem Hitlergruss gerne bei ihren Märschen zeigte. Doch Geri liess sich nicht entmutigen, stickte noch ein Peace-Zeichen auf die Rückseite des Kleides, sprühte ein Paar Go-Go-Boots mit rotem Autolack an – und hüpfte auf die Bühne. Ihr Look sorgte am nächsten Tag im ganzen Land für Schlagzeilen.

Rekordsumme für das Handtuch-Kleid

Der Union Jack wurde zum Symbol der «Girl Power», die die Spice Girls vermittelten. Die Shops hingen voll mit dem Druck und jeder hatte ein ähnliches Teil im Schrank. Zu den Konzerten erschienen die Fans in selbst designten Stücken à la Ginger Spice. Bis auf das Hard Rock Café in Las Vegas. Das wollte das Original. Als Geri die Spice Girls ein Jahr später verliess, zahlte die Institution bei einer Versteigerung von Sotheby's eine Rekordsumme von 41’000 Pfund (knapp 47’000 Franken) dafür, um sich den Traum wahr zu machen. Wir wiederholen nochmal: 41’000 Pfund. Für ein Vintage-Gucci-Kleid. Mit einem aufgestickten Geschirrhandtuch. Das nennen wir Commitment. 

Von Malin Mueller am 23.03.2020
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