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Mal so richtig high werden

Wer braucht Drogen, wenn man joggen kann?

Es braucht Disziplin – und manchmal seeehr viel Überwindung. Aber hat man es einmal zum Sport geschafft, fühlt man sich danach stolz und euphorisch. Habt ihr gewusst, dass wir dieses Glücksgefühl einem THC ähnlichen Stoff zu verdanken haben?

Joggen macht high

Beim Joggen produziert unser Körper einen Stoff, der glücklich macht.

Getty Images

Jaja, wir wissen alle, wie wichtig Sport ist. Und so extrem gesund! Bewegen wir uns regelmässig, wirkt sich das positiv auf unseren Stoffwechsel und auf unsere Psyche aus. Genau wie Essen und Schlafen braucht der Mensch Bewegung, um richtig funktionieren zu können. Und das kommt nicht von ungefähr. Machen wir in der Zeit einen Sprung zurück, als die Menschen noch Sammler und Jäger waren, gehörte Bewegung wie selbstverständlich zum Alltag dazu. Leider braucht es heute Überwindung, weil wir so bequem leben wie nie zuvor – per App kann man sich inzwischen ja praktisch alles vor die Füsse bestellen lassen. Aber das Aufraffen und Muskeln quälen lohnt sich!

Joggen ist wie Kiffen 

Lange Läufe sorgen für mehr Ausgeglichenheit und stabilisieren die psychische Belastbarkeit. Und wie gut fühlt sich bitte das Glücksgefühl nach der Jogging-Runde an?! Bisher habt ihr es wahrscheinlich mit den Endorphinen in Verbindung gebracht. Ja, es ist richtig, dass die während dem Laufen ausgeschüttet werden. Aber Endorphine können nur im Blut nachgewiesen werden und gelangen nicht bis ins Gehirn, wo Glück entsteht.  

Aber wodurch wird dieses Hoch denn sonst ausgelöst? Der geheimnisvolle Stoff heisst «Endocannabidoid». Nicht nur der Name erinnert an Cannabis, sondern auch die Wirkung ähnelt derjenigen der grünen Pflanze. Wie das genau funktioniert? Wenn wir joggen, wird nach etwa 30 Minuten das «Endocannabidoid-System» aktiviert: Unser Körper schüttet den Stoff aus und er gelangt ins Gehirn, wo er an dieselben Rezeptoren andockt wie das THC im Cannabis. Das Ergebnis: Wir werden von einem natürlichen High durchflutet, das gesund ist und Depressionen entgegenwirkt. Klar, das Gefühl ist nicht so stark ausgeprägt wie bei einem Joint – der Körper produziert den Stoff vergleichsweise nur in kleinen Mengen.  

Wozu ist das gut? 

Für die Erklärung müssen wir in der Evolutionsgeschichte wieder etwas zurückgehen: Denn natürlich ging es bei den Jägern und Sammlern nicht um einen Rausch, sondern um einen scharfsinnigen Zustand der Wachsamkeit, in dem es für die Menschen trotz Anspannung möglich war, während der Jagd völlig präsent und konzentriert zu sein. Ziemlich clever. Für uns heisst das: Rein in die Sportklamotten und nichts wie los!

 

Von Jana Giger am 05.11.2019