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  4. Rotes Sperma, keine Erektion mit Kondom: Fragen an den Urologen

Lieber Urologe, sag mal ....

7 Fragen, die sich Männer oft nicht stellen trauen

Viele Männer sind sprachlos, wenn es um Sex geht. PD Dr. Alexander Müller, Chefarzt Urologische Klinik am Spital Limmattal, kümmert sich um Antworten auf vermeintliche Peinlichkeiten, die Männer sonst nie bekommen.

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Ihr windet euch vor Unklarheiten? Hier kommt Licht ins Dunkel.

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I. Bei mir klappt die Erektion nur noch mit Pillen. Dabei bin ich jung und kerngesund. Habe ich eine Blockade?
PD Dr. Alexander Müller: Wenn die Erektionsfähigkeit dauerhaft und situativ unabhängig oder sogar bei Masturbation eingeschränkt ist, spricht das eher dafür, dass gewisse Signale nur noch mit einer Potenztablette stark genug sind. Wenn die Erektionsfähigkeit wechselhaft ist, kann das durch einen situativ unterschiedlichen Adrenalinspiegel infolge Anspannung oder stressbedingt sein.

II. Kann ich meinen Penis verlängern, wenn ich ihn öfters in die Länge ziehe? Oder geht das maschinell?
Durch manuelle Berührung oder Anwendung von Vakuumpumpen oder Penis-Expander kann zwar der Penis gedehnt werden, aber Länge und Dicke des Penis sind anatomisch vorgegeben und lassen sich nicht nachhaltig verändern.

III. Mein Arzt hat mir ein erektionsförderndes Medikament verschrieben. Ich schäme mich, das Rezept vor den Augen des/der jungen Pharma-Assistent*in einzulösen. Kann ich mir diese Pillen nicht einfach übers Internet besorgen?
Vorsicht vor unseriösen oder dubiosen Anbietern im Internet! Das kann gefährlich sein, da nicht sicher ist, was solche Pillen enthalten. Rezeptpflichtige Medikamente sollten durch den Arzt oder die Ärztin abgegeben oder in der Apotheke bezogen werden. Auch ein*e junge*r Pharma-Assistent*in wird ein Rezept für erektionsunterstützende Medikamente mit grösster Professionalität und Diskretion entgegennehmen.

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IV. Eigentlich klappt es mit der Erektion bei mir recht gut. Bis zum Moment, in dem ich mir ein Kondom überstreifen will. Dann bricht alles in sich zusammen. Was soll ich tun?
Safer Sex ist absolut zu befürworten. Daher sollte je nach partnerschaftlicher Situation unbedingt davon Gebrauch gemacht werden. Versuchen Sie, das Kondom lustvoll zu integrieren, sodass dies nicht zum Nachteil wird, oder lassen Sie sich das Kondom überstreifen.

V. Ich habe hohen Blutdruck und Diabetes. Das schlägt sich auch auf den Sex nieder. Die teuren Pillen kann ich mir finanziell nicht leisten. Ist ein Penisring oder eine Penispumpe etwas für mich?
Hoher Blutdruck und Diabetes sind neben Übergewicht, erhöhten Blutfetten und Rauchen Risikofaktoren für Erektionsstörungen, aber auch für kardiovaskuläre Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Probleme mit der Erektion sind oft ein frühes Warnsignal dafür. Alternativen zu den Potenztabletten könnte Prostaglandin E1 als Gel für die Harnröhre oder als Penisspritze sein. Ein Penisring, der aber auf keinen Fall aus Metall sein darf, kann in Verbindung mit einer Vakuumpumpe ebenfalls als Hilfsmittel dienen.

VI. Ich bin 60 Jahre alt. Mit der Erektion klappt es, mit dem Orgasmus auch. Sorgen bereitet mir das Ejakulat. Als ich jung war, spritzte es im Schwall. Jetzt kommen grad mal ein paar lauwarme Tröpfchen.
Erektionskraft sowie Ejakulationsmenge nehmen mit dem Alter ab, der Zeitraum zwischen zwei Ejakulationen nimmt mit dem Alter zu. Eine Stärkung der Beckenbodenmuskulatur kann hier helfen. Die Ejakulationsmenge ist nach mindestens drei Tagen Enthaltsamkeit grösser. Positiven Einfluss auf das Ejakulat haben eine ausreichende Trinkmenge, gesunde Ernährung mit möglichst wenig gesättigten Fettsäuren, Verzicht auf Nikotin und wenig Alkohol.

VII. Mein*e Partner*in und ich sind kürzlich sehr erschrocken. Ich kam auf dem Bauch. Und da war das Ejakulat rot gefärbt. Kann das Krebs sein?
Eine Hämatospermie, also eine rötliche Blutbeimengung, kann erschrecken, ist aber in den meisten Fällen nicht gefährlich. Als Ursachen kommen eine Infektion von Samenblase, Prostata, Nebenhoden oder Harnröhre infrage wie auch sexuell übertragbare Krankheiten, Verletzungen oder eine Operation. Ganz selten kann eine Hämatospermie durch einen Hodentumor oder ein Prostatakarzinom verursacht sein. Daher ist eine ärztliche Beurteilung sinnvoll.

Von Dr. med. Samuel Stutz am 02.01.2021
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