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  4. Hunger auf Süsses und Salziges: Das will uns unser Körper sagen

Nimmersatt

Was unser Körper uns mit Heisshunger sagen möchte

Er ploppt aus dem Nichts auf wie die Push-Nachricht auf dem Smartphone-Display: der Heisshunger. Ist er erst mal da, lässt er sich auch nur durch Schwäche – also Naschen – wieder abschütteln. Fieses Mobbing des eigenen Körpers? Oder vielleicht doch eher ein wichtiges Signal?

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Ja, ich will. Snacken bis der Arzt kommt. Aber warum denn eigentlich??

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Vor euch im Glas dümpelt ein grüner Smoothie und eure beste Freundin erzählt gerade irgendwas hochspannendes von einem Tinder-Date oder ihrem letzten Vorstellungsgespräch, aber alles, woran ihr denken könnt, ist eine krachende Tüte Chips. Ein noch warmer Chocolate-Chip-Cookie mit groben Meersalzkörnern. Ein saftiger Burger mit Guacamole und extra Bacon. Herzlich Willkommen im Heisshunger-Loop eure Gehirns!

Wieso macht uns dieses doofe Organ denn das Leben ständig so schwer? Da versuchen wir doch wie wild, unseren Körper mit Nüssen, Salat und Smoothies so gesund wie möglich zu füttern und auf Hochtouren zu bringen und dann sowas. Fies! 
Ist es Fies? Oder eine Hilfeschrei? Lüstet unser Gehirn wirklich einfach nur aus Bosheit und Boykott nach Süssem und Salzigem? Ihr ahnt es schon: NEIN. Dieser komplexe Nervenapparat da im Oberstübchen weiss nämlich – im Gegensatz zu so vielen, die es ständig behaupten – tatsächlich was am besten für uns ist. Mit dem Heisshunger möchte er uns gezielt auf einen Mangel hinweisen. Und der kann folgende Gründe haben:

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1. Die Hormone sind schuld

Es ist doch beruhigend, wenn der Sündenbock so schnell gefunden ist. Die Hormone sind da immer eine dankbare Adresse. Genau wie Stress. Kombiniert man beides, fällt das Stichwort Cortisol. Das wird von unserem Körper vermehrt ausgeschüttet, wenn er sich gestresst fühlt – also so ziemlich jeden Tag in Uni/Büro/Prüfung/Meeting. Ein zu hoher Cortisolspiegel jagt den Blutzucker in die Höhe, der wiederum führt zur Ausschüttung von jeder Menge Insulin, die Blutzuckerwerte sinken wieder und bums! Wir verspüren den unbändigen Drang nach Schoggi und anderem Süsskram. Ein waschechter Teufelskreis. Der uns lehrt: Stress ist böse. Stress führt zu Heisshunger. Entspannt euch!

2. Ihr trinkt zu wenig Wasser

Wahrscheinlich kann den Satz schon längst niemand mehr hören, aber: TRINKT AUSREICHEND WASSER! Das ist tatsächlich kein nerviger Mythos wie «Spinat gibt Muskeln» oder «Karotten sorgen für Adleraugen». Wasser is Life. Seht es endlich ein. Und weil ihr ganz vielleicht zu wenig davon trinkt, dürstet es euren Körper. Weil leckere Snacks aber irgendwie spannender sind als ein grosses Glas Wasser, verwechselt ihr den Durst mit Hunger und schmeisst euch die Süssigkeiten ein. 

3. Ihr macht eine Diät

Schlechte News: Um zu funktionieren, braucht unser Hirn Kohlenhydrate. Echt wahr. Unterzieht ihr euch also gerade einer strengen Diät, die genau diese von eurem Speiseplan verbannt, wird das zum Problem. Schliesslich sehnen wir uns während einer Heisshungerattacke nur selten nach einem frischen Salat oder einer aufgeschnitten Grapefruit. Richtig? Sondern eben nach den Sachen, die wir unserem Körper verbieten – was für ihn auch wieder Stress verursacht, by the way. Könnt ihr also an nichts anderes mehr denken als an Pizza, Pasta, Cookie-Dose, dann könnten euch schlicht und einfach genau diese Dinge gerade fehlen, damit euer Körper die Leistung vollbringen kann, die ihr ihm abverlangt.

4. Saisonale Verlockungen rufen

Bekanntlich möchte man am liebsten immer das, was man nicht hat. Als Single den blöden Exfreund zurück, als Lockenkopf eine seidig-glatte Mähne, im Sommer würzige Lebkuchen, im Winter eine extra-grosse Kugel cremiges Glace. Kein Wunder, dass man, wenn man es dann endlich haben kann, gar nicht genug davon bekommt. Zumindest bei den saisonalen Leckereien wissen wir schliesslich ganz genau: Bald sind die wieder unerreichbar. So richtig verwunderlich ist es deswegen nicht, dass wir gerade non-stop Lebkuchen, Zimtsterne und Spekulatius in uns hineinstopfen könnten. Das Zeitfenster ist halt gefährlich begrenzt.

Von Laura Scholz am 26.11.2019
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