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Mehr ist nicht immer besser

So viel Freizeit brauchen wir, um glücklich zu sein

So viel steht fest: Wer zu viel arbeitet, wird auf Dauer unzufrieden. Aber aufgepasst, auch zu viel Faulenzen kann aufs Gemüt schlagen. Aber ab wann haben wir denn zu viel Freizeit und wie können wir die freien Stunden sinnvoll nutzen? Eine Studie liefert Antworten.

freizeit

Kann man tatsächlich zu viel Freizeit haben? Ja, so die Resultat einer US-Studienreihe. 

Getty Images/Maskot

Wir alle brauchen sie: Die Stunden am Tag, die frei von Verpflichtungen sind und die wir so verbringen können, wie es uns passt. Doch leider ist der Alltag vieler Menschen dafür zu vollgestopft. Allein der Job verlangt ihnen mehr ab, als die vorgeschriebenen achteinhalb Stunden am Tag. Die Abendstunden füllen dann eine angestrebte Weiterbildung, die Betreuung der Kinder oder der Haushalt. Die Freizeit bleibt derweilen auf der Strecke. 

Eine schlechte Work-Life-Balance würden Experten das wohl nennen. Und auch wir wissen – viele von uns sogar aus eigener Erfahrung –, dass ein solcher Lebensstil auf Dauer sehr belastend ist. Aber wie viel Freizeit würden wir den überhaupt brauchen, um glücklich zu sein? Zwei Stunden pro Tag, so das Resultat einer Reihe von Studien eines US-Forschungsteams mit über 35’000 Teilnehmenden. Jene, die weniger Freizeit hatten, fühlten sich deutlich gestresster und waren in der Folge unzufriedener.

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Viele Arbeitnehmer*innen wünschen sich jetzt wahrscheinlich gerade, sie würden am anderen Ende der Skala stehen. Auf der Seite, wo Freizeit im Überfluss vorhanden ist. Denn je mehr, desto besser – oder? Nicht ganz. Die Studien zeigten zwar tatsächlich, dass Menschen mit mehr Freizeit grundsätzlich glücklicher sind. Der Effekt gilt jedoch nur bis zu fünf Stunden am Tag. Menschen, die mehr Zeit zur freien Verfügung hatten, waren nämlich wiederum unzufriedener – und das über alle Altersstufen hinweg.

Also kann man auch zu viel Freizeit haben? Ja, so die Ergebnisse der Studien. Wer zu selten beschäftigt sei, fühle sich unproduktiv und das mache – ähnlich wie Stress – eben auch unglücklich, erklären die Forschenden die Resultate.

Qualität vor Quantität

Eine weitere wichtige Erkenntnis aus der Studienreihe: Die Zufriedenheit hängt nicht allein von der Anzahl freier Stunden ab, sondern auch von deren Inhalt. So waren Teilnehmende, die ihre Freizeit für soziale Kontakte nutzten, wie zum Beispiel um Freunde zu treffen, auf Dates zu gehen oder etwas mit den Kindern zu unternehmen, glücklicher als Personen, die ihre Zeit allein verbrachten. Ähnliches erwies sich bei der Produktivität: Wer in seiner arbeitsfreien Zeit einer sportlichen, mentalen, kreativen oder künstlerischen Aktivität nachging, zeigte eine höhere Zufriedenheit als jene, die in ihrer Freizeit hauptsächlich faulenzten.

Von Deborah Bischof am 10. November 2021 - 09:00 Uhr
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