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  4. Prairie Dresses aus «Little Women» sind die Trend-Kleider des Sommers 2018

Timothée Chalamet wäre ganz liebestoll

Darin überlebt ihr bis zum Start von «Little Women»

Wir sind entzückt: Greta Gerwig wird uns Anfang nächsten Jahres einen Cast zum Dahinschmelzen um Herz und Ohren hauen. Der Dresscode zum Kinofilm ist so hoffnungslos romantisch wie wir selbst. Spätestens, wenn sich Über-Crush Timothée Chalamet auf der Leinwand durchs Haar fährt, werden wir gefühlsduselig.

Little Women

«Little Women» mit Emma Watson (links), Florence Pugh, Saoirse Ronan und Eliza Scanlen kommt am 30. Januar 2020 in die Kinos.

Wilson Webb/© 2019 CTMG

Historische Kostüme, träumerische Landschaften, ein tanzender Timothée Chalamet ... Was da demnächst auf uns zukommt, könnte ein tragödiengetränkter Rosamunde-Pilcher-Schnulzentraum sein, hätte nicht Greta Gerwig die Regie-Zügel in der Hand gehabt. Das garantiert Witz und Frische (man erinnere sich an «Lady Bird»), obwohl die Geschichte von vier Schwestern in Neuengland erzählt. Und Liebe. Und Tragödien zu wehendem Gewand auf Felsen. Doch es handelt sich nicht um einen klassischen Pilcher, sondern um eine Neu-Interpretation von Louisa May Alcotts autobiografischem Coming-of-Age-Roman, der 1868 und 1869 in zwei Bänden veröffentlicht wurde.

Die Irrungen und Wirrungen der vier Schwestern, gespielt von Emma Watson, Florence Pugh, Eliza Scanlen und Saoirse Ronan (flankiert von Laura Dern und Meryl Streep), spielen sich in den USA der 1840er und 50er ab. Ebenso irr wie Timothée Chalamets wirres Jahr als reicher, unwiderstehlicher Nachbarsjunge machen uns die Kostüme: Kleider, die altmodischer und doch aktueller nicht sein könnten. Das sogenannte Prairie Dress galoppiert schon seit Monaten durch unsere Insta-Feeds und Warenkörbe und wird jetzt begehrenswerter denn je. Warum eigentlich? Weil es Sehsüchte schürt?

Folgenes Szenario: Es klingelt kein Wecker, der Hahn kräht. Sie atmet die frische Luft ein, als sie das Fenster öffnet und auf die Weiten der Koppeln vor sich blickt. Vielleicht winkt ihr ein Stalljunge mit Grashalm im Mundwinkel zu. Sie kämmt sich verträumt das wallende Haar und zieht sich … ein Prairie Dress an. Die romantischsten Lebensvorstellungen manifestieren sich in diesem einen Kleidungsstück, das uns jetzt durchs ganze Jahr begleiten wird: mit langen (optional puffigen) Ärmeln, meist hochgeschlossen, gerne mit Rüschen. Weitschwingend, oft geblümt, gern kariert, manchmal auch einfarbig. Wir sprechen von Femininität in einem Kleidungsstück.

Hat das Prairie Dress Platz in einer so knallharten Welt, die gerade fest in der Hand von Streetwear ist? Die laut nach Unisex schreit und Frauen vom Klischee des Weibchens befreien will? Ist ein so antiquiert wirkendes Kleidungsstück da nicht wahnsinnig regressiv? Nun, Frauen sind immer noch Frauen, sofern sie das sein wollen. Und diese weiche Pferdemädchen-Seite darf gelebt werden. Man hat ja schliesslich die Wahl. Wer sich so deutlich für ein schon fast ironisch altmodisches Kleid entscheidet, hat ganz klar die Kontrolle. Und es ist doch dazu auch schön, sich mal in eine heile Welt zu flüchten? Beizeiten auch in die des Films: in Szenen, in denen Timothée Chalamet zum Tanz oder Ausritt auffordert.

Praktisch sind die Kleidchen ausserdem: Kein Teil lässt sich besser layern, es funktioniert also im Sommer genauso wie im Herbst und Winter. Egal ob Boots, Sandalen oder Cowboystiefel  auch da ist alles möglich. Ihr überlegt noch?

Komm hol das Lasso raus, wir schnappen uns ein Prairie Dress!

Von Linda Leitner am 24. Januar 2019