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  4. Der Haarreif, das Haarband und ihre Geschichte von damals bis heute

Die Zeit ist (Haar)reif

Die Geschichte des ältesten Accessoires der Welt

Von den alten Griechen bis zu den Streetstyle-Stars an der aktuellen Fashionweek – Haarreife und -Bänder gehören seit Jahrtausenden in unser Accessoire-Repertoire und werden so schnell wohl auch nicht verschwinden. Lust auf einen Rückblick? Kommt sofort!

MILAN, ITALY - SEPTEMBER 20: A model walks the runway at the Prada Ready to Wear fashion show during Milan Fashion Week Spring/Summer 2019 on September 20, 2018 in Milan, Italy. (Photo by Victor VIRGILE/Gamma-Rapho via Getty Images)

Prada zeichnet sich für den letzten, grossen Haarrreif-Hype verantwortlich. 

Gamma-Rapho via Getty Images

Okay, kleine Zeitreise: Denkt mal zurück an eure Kindheit. Wie oft habt ihr damals einen Haarreifen getragen, um die Mini-Zöpfe und bunten Haarspangen perfekt zu ergänzen (mehr ist mehr, klar oder?). Wie sieht es in der Jugend aus? Und in den letzten Jahren? Eben. Egal wie viele Trends kommen und gehen, Haarreifen und -bänder scheinen immer zu bleiben. Das ist nicht erst seit eurer Kindheit so. In der römischen und griechischen Mythologie schmückten sich die Götter mit einem der ersten überlieferten «Haarbänder», dem Lorbeerkranz. Im echten Leben gehörte er zum stilechten Auftreten herausragender Sportler, Dichter und, eben, Herrscher (hi Cäsar!) und war damit vor allem den Männern vorbehalten. Abgesehen von den Göttinnen musste sich die Damenwelt noch etwas gedulden. Mittelalterliche Diademe und Blumenkränze waren lange das, was dem heutigen Haarband am nächsten kam.

Der glitzernde Aufstieg des Haarbands

In den 20er Jahren waren es dann die Stummfilmstars und Flapper, die sich das Haarband zu eigen machten. Bis heute kommt keine Mottoparty ohne Paillettenband und Federschmuck aus. Schliesslich sorgte auch Coco Chanel für die zunehmende Beliebtheit des Bandes, die ihre Models mit strassbesetzten Versionen schmückte. Wer reich und schön war, der trug Haarband. 

Zu den Normalsterblichen schaffte es der Trend aus nur aus tragischen Gründen: Mit dem zweiten Weltkrieg und den Frauen in der Rüstungsindustrie brauchte es etwas, dass die Haare aus dem Gesicht hielt und nicht viel kostete. Ein altes Stück Stoff etwa. Das Berühmteste zeigte Rosie the Riveter auf dem Werbeplakat mit der Aufschrift «We can do it». 

Kein Jahrzehnt ohne das berühmte Haaraccessoire

Spätestens von hier an war kein Ende des Trends mehr in Aussicht: Nach dem Krieg sorgten Grace Kelly, Audrey Hepburn und Jackie O dafür, dass die Eleganz und der Haarreif zurück zueinander fanden. In den 70ern machten die Hippies das Haarband zu ihrem Markenzeichen und auch die Rollschuhdiscos der 80er kamen nicht ohne passendes Stirnband aus. In den 90ern verdanken wir es Hillary Clinton, dass das Accessoire nicht von der Bildfläche verschwand. Von Clueless über Legally Blonde bis hin zu Gossip Girl – der Haarreif bleib. Der letzte Hype? Begann als Prada 2018 all seine Models mit bunten, gepolsterten Haarreifen über den Laufsteg schickte. Wir sind gespannt, was als Nächstes folgt. 

Von Malin Mueller am 17. September 2019