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Feuchte Träume

Wet Look 2.0: Durchnässt und doch komplett angezogen

Ein nasser Körper hat immer etwas Erotisches. Die schaumgeborene Venus von Botticelli entstieg dem Meer, in der Hitze gewisser Gefechte glänzt die Haut feucht vor Begehren und der Mensch strotzt nur so vor Säften. Die griechische Designerin Dimitra Petsa hat all das nun in traumhafte Kleider verwandelt. Und ganz Hollywood kommt ins Schwitzen.

Instagram/dipetsa

Model Alva Claire in Di Petsa.

Instagram/dipetsa

Früher war doch irgendwie oft die Rede von Wet-T-Shirt-Contests. Da sah man vermehrt diese eine, etwas dubiose Form des Schönheitswettbewerbs im Fernsehen, bei dem Frauen im schwülen Klima einer Grossraum-Disko weisse T-Shirts trugen und diese mit Wasser übergossen wurden. Dann klebte der Stoff an den Brüsten, er wurde durchsichtig, zeichnete ab. Denkt man sich die stinkende, grölende Meute weg, dann ist das, was da passiert, wenn Flüssigkeit den Körper trifft, etwas sehr Ästhetisches. Das Wet Dress ist nun das Kleid der Stunde. Und darin gewinnt jede einzelne.

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Die Entwürfe der griechischen Designerin Dimitra Petsa, die im Jahre 2018 ihr erstes Wet Dress für ihren Brand Di Petsa entwarf, sind eine Illusion. Ihre Träger*innen sehen aus, als wären sie in ihnen in einen Regenschauer geraten oder geradewegs den Wellen entstiegen. Der Stoff klebt vermeintlich nass am Körper, ist aber so virtuos drapiert, dass man es kaum für möglich hält, dass er nie einen Tropfen gespürt hat. Die Haut schimmert durch.

Celebrities wie Bella & Gigi sind jetzt trocken

Während Kim Kardashian 2019 an der Met-Gala in einer perlenbesetzten Korsage zu zerfliessen schien, erschien Meghan Fox kürzlich ähnlich nackt-schimmernd in einem nude-farbenen Kleid zu den MTV Video Music Awards. Beide trugen die Haare im Wet Look vor Gel triefend, als seien sie gerade aus einer Nasszelle ihrer Wahl gesprungen. Der Kopf scheint bisher die einzige Körperstelle gewesen zu sein, an der man auch mal feucht sein durfte. Wir erlägen dem ständigen Versuch, uns trocken zu legen, so Dimitra Petsa, Absolventin der renommierten Londoner Hochschule für Kunst und Design Central Saint Martin. Mit chemischen Hilfsmitteln wie Deo einerseits, mit der Scham vorm Stillen in der Öffentlichkeit andererseits. Die Idee, die eigenen Körperflüssigkeiten nicht mehr als peinlich zu empfinden, inspirierte sie.

So entwirft Petsa neben Hochzeitskleidern und den Wet Dresses, die Stars wie Kylie Jenner, Meghan Fox, Bella Hadid und deren Schwester Gigi (die enthüllte ihre Schwangerschaft ganz klamm in der Vogue) lieben, ausserdem Mesh Tops, Röcke, Leggings und Korsetts, die sich zum Stillen aufklappen lassen – allesamt bedruckt mit vermeintlich provokanten Phrasen wie «wet» und «holy water». Halleluja! Ein Hoch auf Mode, die mit allen Wassern gewaschen ist.

Von Linda Leitner am 16.09.2021
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