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Die Kuh kann abfahren

Kakerlaken-Milch ist das neue Superfood

Ob es nun die aus Hafer, Mandel, oder Soja ist – an Alternativen für die gute alte Kuhmilch mangelt es sicher nicht. Mit der aus Kakerlaken kommt nun eine weitere, etwas kuriose Version um die Ecke. Klingt ganz schön eklig. Sollten wir uns trotzdem überwinden?

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Ja, richtig gehört, geht es nach Ernährungsforschern, landet in unseren Kühlschränken schon bald eine Milch aus … Kakerlaken.

Getty Images/EyeEm

Die Kuh ist out, das ist nichts Neues. Denn sei es aus Veganismus, rein für das eigene Wohlbefinden oder aus Nachhaltigkeitsaspekten, das Geschäft mit den Alternativen zur tierischen Milch boomt. Aber statt eine weitere pflanzliche Version auf den Markt zu werfen, entwickelten Ernährungsexperten nun eine Milch aus Insekten. Um genau zu sein, eine aus der Pacific Beetle Kakerlake.

Was genau ist Kakerlaken-Milch?

Zugegeben, das klingt erst einmal absurd und eklig. Nachdem wir der tierischen Nahrung nun immer mehr abschwören, soll das neueste Superfood ausgerechnet aus Kakerlaken bestehen? Noch verrückter klingt das Ganze, wenn man dahinter steigt, wie die Milch hergestellt wird. Im Gegensatz zu den meisten Artgenossen, legt die pazifische Kakerlake nämlich keine Eier, sondern gebärt ihren Nachwuchs wie ein Säugetier. Bevor der das Licht der Welt erblickt, befindet er sich im Bauch des Muttertiers in einer Art Brutsack. Umgeben von einer milchigen, proteinreichen Flüssigkeit. Jap genau, der Flüssigkeit, die wir nachher trinken sollen – immerhin wäre sie damit zumindest vegetarisch.  

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Warum zur Hölle sollten wir Brutflüssigkeit einer Kakerlake trinken?

Wirklich appetitlicher macht es die Tatsache, dass wir nicht wirklich eine Kakerlake, sondern nur ihr Sekret herunterschlucken sollen, auch nicht. Also warum die Hafermilch im Kaffee gegen die von unbeliebten Schädlingen eintauschen? Grund für den Hype sind die in der Flüssigkeit enthaltenden Protein-Kristalle. Mit einem Glas Kakerlaken-Milch würden wir rund dreimal so viel Proteine, einen Haufen Aminosäuren und andere wichtige Nährstoffe wie Eisen, Zink und Calcium aufnehmen – praktisch.

Ist Insekten-Milch wirklich die Zukunft?

Bis wir ein Glas der Superfood-Milch zusammen hätten, müssten allerdings unzählige Kakerlaken dran glauben. Nachhaltig ist das Getränk also nicht. Doch auch dafür haben die Forscher eine Lösung parat. Ihnen ist es bereits gelungen, die Kristalle im Labor nachzubilden, ganz ohne tierisches Leid. Gestreckt werden die dann mit Hefeextrakten.

Wer jetzt am liebsten sofort zum nächsten Supermarkt laufen möchte, um die vom Krabbeltier inspirierte Milch zu kosten, wird aktuell leider noch enttäuscht. Bis es das neue Wunder am Food-Himmel im normalen Handel zu kaufen gibt, wird es wohl noch eine Weile dauern.

Von Denise Kühn am 05.01.2020
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