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  4. Ständiger Harndrang: Wie oft ist normal?

Wenn man ständig muss

Wie oft pinkeln ist zu oft?

Die Autorin sitzt im Home Office und schüttet Tee in rauen Mengen in sich hinein – und rennt dementsprechend oft aufs WC. Ihre Mutter schiebts auf den Kaffee. Ihr Premiumkontakt muss gefühlt nie. Jetzt mal ganz ehrlich: Wie viel Harndrang ist normal?

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Ist das ein Ort, an dem ihr euch oft befindet? Ist das ein Grund zur Sorge? Oder völlig ok?

Getty Images/fStop

Es ist ja nun so: Man verbringt den Tag zusammen und der eine stürzt schon aufs WC, wenn er ein Glas Wasser nur sieht, während der andere vermeintlich ähnlich viel trinkt und nie muss. Wie kann denn das sein? «Wo geht denn das bei dir hin, wenn du nie musst?» fragt der eine dann. «Na, ich geh schon manchmal, einfach nicht alle fünf Minuten so wie du», erwidert der andere. Wir wagen also zu behaupten, Harndrang sei eine individuelle Sache. Wie alles im Leben. Aber gibt es denn auch ein Zuviel? Oder ein Zuwenig? Und ist eines von beidem gefährlich? Oder gar beides?

7 groundbreaking Harndrang-Facts

1. Was getrunken wurde, braucht etwa zwei Stunden zur Blase
Die Flüssigkeit, die oben reinkommt, braucht ihre Zeit, bis sie unten wieder rauskommt. Wer also zehn Minuten nach einem Schluck Limo schon den ersten Druck verspürt, ist vermutlich fehlgesteuert. Klingt komisch, ist aber so, denn ...

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2. Oft ist die Psyche schuld am Harndrang
Nichts ist schlimmer, als aufs Klo zu müssen und es ist schlichtweg keins da. Manche Menschen macht allein der Gedanke, dass keine Toilette in der Nähe oder die Situation ungünstig ist, nervös. Und dann müssen sie, obwohl sie eigentlich nicht müssen. Wieder andere verspüren das Bedürfnis aufs Töpfchen zu hüpfen, wenn sie Wasser plätschern hören oder es bloss sehen. Wie das sein kann? Es handelt sich um ein Missverständnis zwischen Ohr, Auge, Gehirn und Blase. Eine Störung im System quasi. Die Reize, die auf Augen und Ohren treffen, werden ans Gehirn gesendet – mit der Assoziation einer vollen Blase. Und die möchte dann geleert werden. 

3. Wer viel trinkt, muss öfter
In etwa gilt: Trinkt man am Tag um die zwei Liter, muss man im Schnitt vier- bis fünfmal auf die Schüssel. Wie viel passt also rein in so eine Blase? Die weibliche fasst etwa 400 Milliliter Urin, die männliche 500 Milliliter. Euch kommt vier- bis fünfmal pinkeln täglich wenig vor? Man darf die Rechnung nicht ohne die sensiblen Blasensensoren machen: Oft schrillen nämlich schon bei einer Füllmenge von 200 Millilitern die Alarmglocken. Je empfindlicher die Blasensensoren sind, desto weniger lang dauert es, bis es wieder so weit ist.

4. Es ist offiziell: Frauen müssen öfter
Ganze 70 Prozent der Frauen müssen sich mit empfindlichen Blasensensoren und somit einer überaktiven Blase rumschlagen. Warum das so ist, weiss leider kein Mensch.

5. Die Blase zu trainieren, lohnt sich nicht
Am Anfang des Gelages ganz lang nicht gehen, damit man im Verlauf des Abends weniger oft muss? Spoiler: Dieser Partytrick funktioniert nicht. Harndrang ist ein Reflex, der nicht beeinflusst werden kann.

6. Halten ist gefährlich
Wer der Natur nicht ihren freien Lauf lässt, riskiert, dass der Harn über die Harnleiter in die Nieren zurückgedrückt wird. Und das ist ... korrekt: schädlich.

7. «Kaffee treibt» ist ein Mythos – aber da ist noch etwas anderes ...
Viel Kaffee lässt uns also gar nicht öfter rennen. Der Grund: Das Koffein schafft es gar nicht bis zur Blase, um dort auf die Sensoren einwirken zu können. Wer dagegen tatsächlich Einfluss auf den Harndrang hat, ist unser Freund und Feind der Alkohol. Schuld ist das in ihm enthaltene Hormon ADH, das den Wasserhaushalt reguliert. 

Generell gilt: Wer richtig oft muss, es aber nicht als störend empfindet, muss sich in der Regel keine Sorgen machen. Ausser: Kommen zur vollen Blase Warnzeichen wie Blut, Schmerzen oder Fieber dazu, sollte man so schleunig wie das Klo aufsuchen auch einen Arzt aufsuchen.

Von lei am 25.11.2020
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