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Verbales Workout

So werden wir schlagfertig: Die 5 besten Tipps

Nie mehr sprachlos – das wäre ziemlich praktisch! Dank ein paar einfachen Tricks, findet man die richtigen Worte zur richtigen Zeit. Und nicht erst dann, wenn man wieder alleine zu Hause auf dem Sofa sitzt. Coach Michel Thür verrät uns, wie das am besten geht.

Frau streckt Zunge raus

Bähhhh! Einfach die Zunge rauszustrecken, ist leider in den wenigsten Situationen wirklich nützlich. 

imago/Westend61

Hätte man manchmal nur etwas mehr Zeit, um zu reagieren! Dann würde man die hässige Dame im Zug ganz unaufgeregt fragen, was denn ihr Problem sei und dem unfreundlichen Hotelbesitzer sagen, dass man ab seinen Kommentaren irritiert ist. Aber eben: In Situationen, wo man sich vor den Kopf gestossen fühlt, bleibt man oft sprachlos. Weil wir gewisse Reaktionen nicht erwarten und unvorbereitet sind.

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«Jeder von uns kennt Menschen, die ohne weiteres und ungefragt ihre persönliche Meinung kund tun. Diese Aussagen können angreifend und verletzend sein, was letztlich dazu führt, dass wir gekränkt sind. Wir fühlen uns auf den Schlips getreten», erklärt Coach Michel Thür. Zu Hause kommen uns dann tausend gute Antworten in den Sinn – leider verpufft die verbale Retourkutsche zu diesem Zeitpunkt im leeren Raum.

Trainieren, trainieren, trainieren …

Die gute Nachricht: Schlagfertigkeit kann man trainieren. «Auch ich hatte meine Schlagfertigkeit nicht in die Wiege gelegt bekommen und mir diese erst über die Jahre angeeignet», erzählt Michel Thür. «Man kann das in gewöhnlichen Konversationen üben. Persönlich empfehle ich, zu kommunizieren, wenn jemand eine Grenze überschritten hat und sich in Dinge einmischt, die ihn nichts angehen. Auch darf man sich gegen beleidigende Aussagen wehren. Grundsätzlich ist es immer sinnvoll, sich ein paar Standardantworten einzuprägen, um gegebenenfalls schnell reagieren zu können.»

Die 5 besten Tipps für schlagfertige Antworten:

1. Nicht provozieren lassen
Ruhig bleiben! Das bringt meistens viel mehr, als sich provozieren zu lassen. Oft reicht es schon, wenn man fragt: «Ist das wirklich das Beste, was Dir dazu einfällt?»

2. Rollenspiel
Wenn sich gewisse Situationen im Leben immer wiederholen, kann man sich in Ruhe darauf vorbereiten. Das kann zum Beispiel auch ein Rollenspiel sein. Denkt euch aus, wie ihr auf eine Beleidigung reagieren könntet – und zwar am besten auf drei verschiedene Arten. Einmal ganz sachlich, einmal mit Humor und einmal mit Beschimpfungen. 

3. Fragen sind Trumpf
Wenn euch in einer bestimmten Situation nichts einfällt, stellt einfach eine Gegenfrage. Das bringt das Gegenüber oft in Verlegenheit und ihr habt Zeit, eure Gedanken zu sortieren. 

4. Umkehr-Taktik
Kehrt den Spiess einfach um! Das gelingt vor allem in Situationen, in denen man selber ruhig ist und den Gedanken des Gegenübers aufnehmen und weiterspinnen kann. So soll Winston Churchill auf die Aussage «Wenn ich ihre Frau wäre, würde ich Ihnen Gift in den Kaffee mischen», geantwortet haben: «Und wenn ich ihr Mann wäre, würde ich ihn trinken.»   

5. Macht Komplimente
Einen dummen Kommentar entschärft man manchmal am besten, wenn man ihn ins Lächerliche zieht. Wenn zum Beispiel jemand bei der Arbeit einen Gedanken als überflüssig betitelt, kann man ironisch antworten: «Super Einwand, darf ich den gleich aufschreiben? So eine scharfsinnige Analyse hätte ich von Dir gar nicht erwartet.» 

Keine Lust auf einen Schlagabtausch?

Je nach Reaktion, muss man natürlich einen weiteren Schlagabtausch in Kauf nehmen. Michel Thür rät deshalb: «Man darf dem Gegenüber mitteilen, was seine Aussage in diesem Moment mit einem macht. Ich bediene mich dabei Sätzen wie ‹Das, was du gerade gesagt hast, hat mich verletzt› oder ‹deine Aussage stimmt mich traurig›. Korrekt reagieren heisst sachlich und bestimmt antworten. Ausfällig werden bringt nicht den gewünschten Erfolg, sondern fördert weitere Zwistigkeiten.»

Für alle, die noch am Üben sind: Manchmal hat es auch sein Gutes, wenn man sprachlos bleibt. «In gewissen Momenten ist es tatsächlich einfach sinnvoller, eine Konfrontation zu vermeiden und weiterzugehen. Insbesondere dann, wenn man weiss, dass es einen zu sehr belastet», sagt Michel Thür. 

Von lm am 24.05.2021
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