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Black Culture Curls

Euren Afro richtig pflegen und handhaben

Die Auswahl an Produkten für Afros ist hierzulande ebenso beschränkt wie die Aufklärung über dessen Pflege. Tina Berner-Azigbo, stolze Afro-Trägerin und -Friseurin, klärt über den Umgang mit der empfindlichen Haarpracht auf – und appelliert an Geduld und Selbstbewusstsein.

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Happy hair, happy life.

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Obwohl in der Schweiz viele Menschen mit Afro-Haar leben, gibt es erstaunlich wenig Informationen über entsprechende Haarpflege. Wer glänzend gerades Haar hat, kann in jeder Drogerie aus gefühlt tausend Produkten auswählen, für Leute mit Afros ist das Angebot wesentlich beschränkter. Dabei ist die Pflege der voluminösen Locken unglaublich wichtig – und gar nicht mal so einfach! Wir haben bei Tina Berner-Azigbo nachgefragt, Mitgründerin von curl-ish und damit professionelle Locken-Friseurin.

In ihrem Salon kriegen die Gründerinnen Tina Berner-Azigbo und Hanna täglich mit, wie junge Frauen ihren Afro verstecken wollen. Sie schämen sich für ihren «Busch» und quetschen ihn unter Perücken. «Dabei sind diese Haare so vielfältig und wunderschön», findet Berner-Azigbo. «Man braucht nur Geduld und die richtige Pflege.» Also: Nix wie ran an den Afro!

Wie oft sollte man Afro-Haar waschen?

Laut Tina Berner-Azigbo sollte ein Afro nur ca. alle zwei Wochen mit Shampoo gewaschen werden, denn zu viel Shampoo entzieht dem Haar Feuchtigkeit und strapaziert die Locken. «Aber wenn mit Shampoo gewaschen wird, dann sollte man einen wirklich gründlichen Wash-Day machen.»

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Wie und wann geht richtiges Waschen?

Grundsätzlich wird der Afro mit Shampoo und Conditioner gewaschen, wie andere Haare auch. Hinzu kommt das Detangling, das Entwirren der Haare. Dies geschieht, während der Conditioner noch im Afro ist. Mit einem groben Kamm oder einer speziellen Detangling Bürste wird das Haar von unten nach oben entwirrt. Und: «Einmal wöchentlich sollte man nach dem Waschgang eine pflegende Haarmaske einmassieren.» 

Wie schützt man das Haar über Nacht?

Zum Schlafen bindet man die Haare zu einem lockeren Dutt – Berner-Azigbo nennt es eine «Pineapple» – und zieht dann ein Bonnet drüber. «Ein Bonnet ist eine kleine Baumwollhaube, die innen mit Satin oder Seide gefüllt ist und das Haar über Nacht vor Brüchen schützt», erklärt die Friseurin. Baumwolle entziehe dem Haar Feuchtigkeit – deshalb sei es auch so wichtig, nicht auf einem Baumwollkissen zu schlafen, sondern auf Seide oder Satin. «Aus dem gleichen Grund sollte man die Haare nach dem Waschen auch nicht mit dem Duschtuch trocken rubbeln, sondern mit einem Mikrofasertuch oder T-Shirt nur etwas squeezen!»

Wie gehts am Tag nach dem Wash-Day weiter?

Tina Berner-Azigbo meint: «Hat man über Nacht das Bonnet getragen, kann man wenn nötig am nächsten Morgen einen Refresh machen.» Heisst: Die Locken mit einer Sprühflasche, die mit Wasser und Leave-in-Conditioner gefüllt ist, nochmals etwas auffrischen.

Welche Produkte eignen sich für einen Afro?

Es gilt: Wer gesundes Haar will, sollte auf Produkte mit Parabenen, Silikonen, und Sulfaten verzichten. «Der Hauptinhaltsstoff sollte immer Wasser sein», erklärt Tina Berner-Azigbo. Denn: «Wenn du Locken hast, ist Wasser dein bester Freund!»

Was kann man tun, damit der Afro wächst?

«Moisturizen, moisturizen, moisturizen!», sagt Tina Berner-Azigbo. Und damit meint sie, dass man den Afro stets feucht halten soll – mit feuchtigkeitsspendenden Produkten und Wasser. «Locken sehen immer unglaublich taff und stark aus, dabei sind sie extrem empfindlich.» Ein Trick sei deshalb, die Haare in schützende Frisuren wie Zöpfe zu flechten oder die «Pineapple» auch tagsüber zu tragen. So kann der Afro ungestört wachsen. Aber der Schlüssel zum gesunden und langen Afrohaar ist der richtige Umgang, richtige Produkte. Und vor allem: «Geduld – und ganz viel Liebe!»

Welche Pflegeroutine habt ihr mit eurem Afro? Und findet ihr, Lockenköpfe kriegen hierzulande genügend Aufmerksamkeit? Erzählt es uns in den Kommentaren.

Von Lara Zehnder am 14.04.2021
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