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Das läuft noch nicht ganz wie geschmiert

Warum das Körperöl nicht richtig einziehen will

Soeben Öl mit kreisenden Bewegungen in die Haut einmassiert und festgestellt, dass da bloss ein Fettfilm glänzt? Keine Feuchtigkeit. Keine samtig weiche Oberfläche. Eine Glanzleistung, die keine ist. Wir gehen dem Problem auf den Grund.

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Mandelöl lindert Rötungen, Traubenkernöl strafft das Bindegewebe, Arganöl liefert Feuchtigkeit: Öle sind flüssige Wundermittel, die Haut und Haare verwöhnen.  

Getty Images

Öle werden gefeiert, werden bejubelt. Wie Fussballer*innen im Stadion von ihren Fans. «Öle, Öle, Öle, Öle, Öleee», schreien Beauty-Influencer*innen seit einigen Jahren in der Social-Media-Arena. Als wäre Arganöl Cristiano Ronaldo, dessen Trainer ihn aufs Spielfeld einwechselt und Jojobaöl die brasilianische Stürmerin Marta, die gerade ein Tor erzielt. Aber weg vom Ballern. Hin zum Einölen. 

Spannt und juckt die Haut, obwohl sie gerade mit Öl eingeschmiert wurde, läuft da offensichtlich etwas falsch. Warum ist die Haut nicht seidig und zart? Schliesslich soll das Öl die Haut fetten, nähren, pflegen. Das kann es auch. Das macht es eigentlich. Sofern wir das Öl richtig auftragen.

Wie wird Körperöl richtig angewendet? 

Die wichtigste Info vorab: Die Haut vor dem Einölen leicht anfeuchten. Oder sie nach dem Duschen nicht gleich bis zum letzten Tropfen trocken rubbeln. Öl alleine nimmt die Haut nicht auf. Erst in Verbindung mit Wasser kann das Öl transportiert werden und dafür sorgen, dass die Feuchtigkeit in der Haut nicht gleich wieder flöten geht. Wie die Feuchtigkeit nämlich gespeichert wird? Durch den Hydrolipidfilm. 

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Und was genau ist bitte dieser Hydrolipidfilm? 

Hydro gleich Wasser. Lipid gleich Fett. Der Hydrolipidfilm ist eine Schutzschicht aus Fetten (hauteigene wie Talg) und Wasser (Schweiss), die dafür verantwortlich ist, dass die Haut ihre Feuchtigkeit bewahrt und nicht austrocknet. Ausserdem fungiert sie wie eine Barriere gegen Bakterien und schädliche Umwelteinflüsse, die die Haut beeinträchtigen. Kommt diese Schicht aus dem Gleichgewicht, verdunstet die Feuchtigkeit der Haut schneller. Sie wird trocken – wir helfen nach.

Das Problem mit vielen Cremes ist, dass sie versuchen, den Hydrolipidfilm zu imitieren. Die darin enthaltenen künstlichen Emulgatoren lassen sich aber leicht mit Wasser oder Schweiss entfernen und irritieren die eigene Schutzschicht. Die künstlichen Emulgatoren sind übrigens aus dem Grund in einigen Cremes, weil sie Öl und Wasser binden. Natürliche Öle hingegen werden in Kombination mit Wasser von den hauteigenen Emulgatoren gebunden und können den Hydrolipidfilm so unterstützen, ohne ihn zu beschädigen.

Na dann: auf die Plätze, anfeuchten, einölen! Und bei dieser Routine «Öle, Öle, Öle, Öle, Öleee» johlen. Öl darf schliesslich auch zelebriert werden. Nicht nur auf Social Media.

Was grölt ihr während dem Einölen? Spass bei Seite: Welches Öl schmiert ihr euch auf die Haut? 

Von Vanessa Vodermayer am 04.09.2020
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