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  4. Instagram-Trend Reels: TikTok einfach nachgemacht

Kommt uns bekannt vor …

Verdrängt Instagram Reels nun auch noch TikTok?

Wisst ihr noch, es gab mal so eine App, die hiess Snapchat und alle fuhren voll auf ihr Video-Konzept ab. Dann kam Instagram, baute die Idee 1:1 nach und lief der Konkurrenz den Rang ab. Jetzt scheint das gleiche mit TikTok zu passieren. Was hinter Instagram Reels steckt?

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Was ist nun wieder los bei Instagram?

Getty Images

Habt ihr kürzlich mal die «Explore»-Seite bei Instagram gecheckt und euch gefragt, ob ihr euch vielleicht verklickt und aus Versehen TikTok geöffnet habt? Jap, geht uns genauso. Aber keine Angst, der Fehler liegt nicht bei eurem langsam schwindenden Sehvermögen, sondern bei Instagram selbst. Der Social-Media-Riese hat sich nämlich mal wieder etwas … «Neues» ausgedacht. Die «Reels»-Funktion erlaubt es uns, kurze Videos zu Musik aufzunehmen, sie schneller oder langsamer abzuspielen und sie mit Effekten zu versehen. Kommt euch irgendwie bekannt vor? Stimmt, denn dafür gibt es schon eine App. Die am schnellsten wachsende der Welt, um genau zu sein.

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Ziehen die TikTok-Tänze jetzt zu Instagram?

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Bye-bye, Snapchat

Wer schon drei, vier Jahre in den Sozialen Medien unterwegs ist, mag sich vielleicht noch erinnern, dass sich das schamlose Kopier-Szenario nicht zum ersten Mal abspielt. Die 2015 am schnellsten wachsende App der Welt, Snapchat, zog das grosse Los, als sie Stories einführte, die nach 24 Stunden wieder verschwanden. Zwei Jahre später führte Instagram die gleiche Funktion ein, wurde von allen Seiten dafür geshamed – und erreichte nur ein Jahr später täglich 77 Millionen Nutzer MEHR als Snapchat. Heute hat Instagram rund eine Milliarde Nutzer, Snapchat 328 Millionen. Da liegt ganz schön was dazwischen. Neben jeder Menge Platz allerdings auch der eine oder andere neue potenzielle Konkurrent.

Woher kommt die Idee?

Mit 800 Millionen Nutzern ist die Video-App TikTok mittlerweile gefährlich nah dran, Instagram den Rang abzulaufen. Was also tun? Nun, weil es das letztes Mal so gut funktioniert hat, entschied sich Instagram dafür, TikToks Alleinstellungsmerkmal – die schnell geschnittenen Videos – unter anderem Namen auch noch bei sich unterzubringen. Nutzer, die Reels produzieren, werden von der App ohne Ende gepusht und im Explore-Feed ganz noch oben geschoben. Also machen es ALLE, die mit Instagram ihren Lebensunterhalt (oder einen Teil davon) verdienen, oder einfach hungrig auf etwas schnellen Fame sind. Damit sehen auch die Nutzer den Video-Content, die sich für TikTok bisher zu alt fühlten. Die Jüngeren kommen vermutlich spätestens dann nach, wenn auch ihre Stars anfangen, Reels bei Instagram zu produzieren. Ausserdem ist die Nutzung ziemlich intuitiv. Man nimmt eine kurze Videosequenz auf, wechselt den Winkel oder das Motiv und nimmt dann weiter auf. Insgesamt maximal 15 Sekunden. Das Endergebnis wirkt wie zusammengeschnitten und kann dann noch mit Effekten und Filtern versehen werden. Die hinken allerdings verglichen mit TikTok noch ziemlich. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Wieso gerade jetzt?

In Brasilien gibt es Reels bereits seit November. Frankreich, Deutschland und Indien erlebten die Testphasen ebenfalls schon früher. Die USA (und offensichtlich auch die Schweiz) ziehen allerdings jetzt erst nach. Nachdem Trump seinen Hass auf die Presse inzwischen partiell auf die TikTok-Entwickler projiziert und damit droht, das Netzwerk landesweit zu verbannen, ist das natürlich ein ziemlich kluger Schachzug. Alle suchen aufgeregt nach Alternativen und – schwupp – zaubert Instagram eine aus dem digitalen Hut. Kein neuer Download notwendig, keine aufwendige Umstellung und auch das Erlernen der Funktionsweise entfällt. Klingt erst mal so, als könnte das dreiste Kopieren auch 2020 wieder funktionieren. Obs letztendlich klappt, müssen wir wohl einfach abwarten. 

Von Malin Mueller am 11.08.2020
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