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Klotzen statt kleckern

Wie wir im Winter richtig lüften

Wenn es ums Lüften geht, sollte man nicht spassen. Das haben wir im letzten Jahr gelernt. Habt ihr aber auch gewusst, dass man je nach Saison andere Regeln beachten sollte? Wir erklären, wie ihr ganz professionell für frische Luft sorgt.

Frau schaut aus dem Fenster

Kopf hoch, oder raus: Richtig lüften hilft auch gegen Home-Office-Koller. 

Getty Images/Westend61

So viel Zeit wie gerade jetzt, haben wir wohl noch selten drinnen verbracht. Wer den ganzen Tag im warmen Home Office sitzt, erschrickt regelrecht, wenn er oder sie kurz die Fenster öffnet. Da draussen ist es kalt! Trotzdem ist es wichtig, dass wir Luft reinlassen. Denn wenn wir das nicht tun, oder falsch, droht im schlimmsten Fall Schimmel in den eigenen vier Wänden.

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Je nach Saison gelten aber andere Regeln. Im Sommer, wenn es draussen feuchtwarm ist, sollten die Fenster eher am frühen Morgen oder späten Abend geöffnet werden. Im Winter ist das genau umgekehrt: Da die Räume nicht auskühlen sollten, muss es schnell und zügig gehen. Am besten ein paar Mal im Tag.

Zwei- bis dreimal täglich lüften

Zuerst ein paar Zahlen: Laut Bundesamt für Gesundheit BAG sollte die ideale Raumtemperatur während der Heizperiode in den Wohnräumen 20 Grad betragen. Im Schlafzimmer darf es gerne etwas kühler sein, nämlich 18 Grad. Die relative Luftfeuchtigkeit sollte maximal 50 Prozent betragen. Um diese zu erreichen, lautet die Faustregel: Zwei- bis viermal täglich durchlüften. Wer jetzt kopflos das Fenster aufreisst, meint es zwar gut, macht es aber falsch. Denn: Es gibt ein System. Und das heisst: Klotzen statt kleckern. Also wenn man lüftet, dann richtig. Das Fenster zu kippen, wie wir das im Sommer gerne machen, reicht nicht und kostet wertvolle Energie.

Die Profis vom ewz erklären, wies geht:

  • Öffnet das Fenster so weit wie möglich – 5 bis 8 Minuten lang.
  • Am besten ist es, querzulüften. Das heisst, dass die Fenster in gegenüberliegenden Räumen bei geöffneten Zimmertüren gleichzeitig geöffnet werden.
  • Durchzug sorgt für einen schnellen Luftaustausch.
  • Sparfüchse schalten sogar kurz die Heizung aus.
  • Lüften geht auch gut bei Regen oder Nebel – auch dann ist die Luft draussen noch immer trockener als drinnen.

Küche und Bad

Wo gekocht wird und viel Wasser fliesst, entsteht zusätzliche Feuchtigkeit. Bleibt diese liegen, ist das der ideale Nährboden für Schimmel. Gerade in diesen Räumen sollte danach gut gelüftet werden. Ist das nicht möglich, könnt ihr die nassen Stellen auch mit einem Tuch abwischen.

Sonderfall Schlafzimmer

Wie bereits erklärt, sollte das Schlafzimmer etwas kühler sein als der Rest der Wohnung. Das macht den Raum zum Sonderfall. Denn wenn es kühler ist, «bedeutet das, dass sich die  Feuchtigkeit schneller an den Wänden und Fensterrahmen ablagert», heisst es bei ewz. Zudem sei es wichtig zu wissen, «dass gerade Aussenwände kühler sind als Innenwände. Deshalb setzt sich die Feuchtigkeit eher dort ab.» Das ist auch der Grund, weshalb man Möbel nicht direkt an Aussenwände stellen sollte, es braucht ein paar Zentimeter Abstand damit die Luft zirkulieren kann.

Zusätzlicher Tipp: Vor dem Schlafengehen die Fenster für etwa 10 Minuten öffnen, das vertreibt nicht nur die Trockenheit, sondern sorgt auch für eine angenehme Einschlaftemperatur. Wie ihr das Schlafzimmer im Sommer richtig lüftet, erfahrt ihr hier >

So checkt ihr die Luftfeuchtigkeit

Wie erkennen wir, ob die Luftfeuchtigkeit in unserer Wohnung stimmt? Entweder kann man sie mit einem Hygrometer ganz einfach messen, oder man kontrolliert seine Fensterscheiben. Bildet sich dort Kondenswasser, ist das ein Anzeichen für eine zu hohe Luftfeuchtigkeit.

Das Gebäude selber hat auch Einfluss

Nicht nur die Lüftungsart, auch die Wohnung selber hat einen Einfluss darauf, wie frisch die Luft jeweils ist. So kommt es nämlich darauf an, wie alt das Gebäude ist. «Insbesondere in neuen oder sanierten Gebäuden mit dichter Gebäudehülle und dichten Fenstern ist regelmässiges Lüften wichtig, da nahezu keine Undichtheiten im Gebäude vorhanden sind, durch die ein Luftaustausch von selbst erfolgen könnte», heisst es beim BAG.

Neben dem Frischekick hat der winterliche Kälteschub einen weiteren Vorteil: Er lüftet nicht nur unsere Wohnung, sondern auch unsere Home-Office-Köpfe durch. Und das können wir brauchen.

Von lm am 06.02.2021
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