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Bitte einmal Booster

Wie lange hält der Impfschutz?

Am Wochenende forderte Bundespräsident Guy Parmelin, dass die Booster-Impfung innert Kürze auch für unter 65-Jährige freigegeben werden sollte. Und zwar deswegen, weil der Impfschutz mit der Zeit nachlässt. Wie stark er genau schwindet, wurde in einer US-Studie zusammengefasst.

Impfung und Spritze

Wer will nochmal?

Getty Images

Der Sommer ist definitiv vorbei! Das merken wir nicht nur an den Temperaturen, auch die Unbeschwertheit scheint sich mit den letzten schönen Herbsttagen verzogen zu haben. Zumindest, was die Corona-Pandemie betrifft. Die Ansteckungszahlen steigen, die Spitäler füllen sich, Impfdurchbrüche werden häufiger.

Der Schutz lässt definitiv nach, das zeigen auch Daten des Bundesamts für Gesundheit. Vor allem ältere Leute sind davon betroffen. Sie haben die Impfung als erste Gruppe erhalten und sprechen auch allgemein weniger gut darauf an als junge Personen. Die Taskforce hat berechnet, dass der Schutz bei den über 80-Jährigen kontinuierlich abgenommen hat. Bei den 80-Jährigen fiel er vom August bis im Oktober von 87 auf 73 Prozent. Die Tendenz ist weiterhin sinkend. Die genannte Altersgruppe hat als erste die Impfung erhalten und bekommt momentan eine Booster-Dosis, also einen dritten Piks.

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Wie lange halten die Schutzwirkungen der verschiedenen Vakzine?

Forschende des Public Health Institute in Kalifornien wollten es genau wissen und haben die Schutzwirkung von drei Impfstoffen untersucht: Biontech/Pfizer, Moderna und Johnson & Johnson. Insgesamt hat die Wirkung stark nachgelassen: Im Februar 2021 lag er noch bei 87,9 Prozent, diesen Oktober bei 48,1 Prozent.

Am schlechtesten schnitt das Vakzin von Johnson & Johnson ab, welches nur aus einer Dosis besteht. Dort sank der Schutz von 86,4 Prozent im März auf 13,1 Prozent im September. Bei Biontech/Pfizer und Moderna ist der Abfall deutlich weniger: dort sank er von 86,9 auf 43,3 Prozent (Biontech/Pfizer) und von 89,2 auf 58 Prozent ab. Alle drei Vakzine sind auch in der Schweiz zugelassen.

Neue Preprint-Studie aus Schweden

Eine aktuelle schwedische Studie hat die Verläufe über einen längeren Zeitraum untersucht. Waren seit der zweiten Impfung mit Biontech/Pfizer 211 Tage, also etwa 7 Monate, oder mehr vergangen, liess sich aus den Daten kein messbarer Schutz mehr gegen eine Infektion mit Krankheitszeichen ablesen. Beim Moderna-Vakzin sank die Wirkung weniger schnell. Er schützte nach 6 Monaten noch mit knapp 60 Prozent vor einer Infektion mit Symptomen. Wichtig: bei der erwähnten Studie handelt es sich um eine Preprint-Studie, welche noch nicht von Fachkolleg:innen beurteilt wurde oder in einer Fachzeitschrift erschienen ist.

Seltener tödliche Verläufe

Die gute Nachricht: Impfdurchbrüche führen seltener zu schweren und tödlichen Verläufen. Das zeigen auch die Ergebnisse der US-Studie, bei allen drei untersuchten Vakzinen. «Personen unter 65 Jahren schützte Biontech/Pfizer im Zeitraum Juli bis Oktober noch zu 84,3 Prozent, Moderna zu 81,5 Prozent und Johnson & Johnson zu 73 Prozent vor Todesfällen. Über 65-Jährige waren durch die Biontech-Impfung zu 70,1 Prozent, durch Moderna zu 75,5 Prozent und durch J&J zu 52,2 Prozent geschützt», wie auf aponet.de zusammengefasst wird.

Von lm am 15. November 2021 - 16:04 Uhr
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