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Morticia Addams frisch auferstandene Töchter

All-Black-Looks sind mehr als ein Halloween-Kostüm

Warum sehen Vampire und deren untote Verwandte eigentlich immer so verdammt aristokratisch und intellektuell aus? Naja, die leben schon ewig, die wissen eben langsam, was ihnen steht. Der Gruft öfter mal ganz farblos zu entsteigen, lohnt sich also. Heisst: Wir sehen für die Zukunft ziemlich schwarz.

Schwarz

Schwarz unterm Lampenschirm – ein Kostüm zu «to go».

instagram/styleheroine

Wenn die Netzhaut keine oder wenig Lichtwellen im sichtbaren Spektrum wahrnimmt, dann ist etwas schwarz. Sachen, die mit Leere und Fehlen zu tun haben, sind schwarz. Schwarze Löcher existieren zwar, aber in unserer Realität halt irgendwie auch nicht. In der «Unendlichen Geschichte» jagte das Nichts durchs Reich Phantásien – als schwarze Nebelschwaden. Schwarz ist böse, Schwarz ist Tod, Schwarz ist Pech. Zum Glück ist Schwarz auch Unendlichkeit.

Unter dem Schleier der Nacht: Schwarz ist eine Universalwaffe

Da Schwarz nicht als Farbe gilt, dreht es nicht am ewig rotierenden Trendkolorit-Rad mit. Schwarz ist seit jeher da und wird nie gehen. Weil: es immer geht. So gibt es niemanden, dem Schwarz nicht steht. Da es unter Vampiren zum guten (und einzigen) Ton gehört, wissen wir, dass niemand dafür zu blass ist. Es schmeichelt ausnahmslos jedem, unabhängig von Teint und Augenfarbe. Dass der gemeine Vampir stets zum Sterben gut aussieht, beweist, dass ein beispiellos stimmiger Look komplett ohne eine andere Farbschattierung auskommt. Langes Kombinieren? Wer nicht angesichts der vielen Möglichkeiten zu Staub zerfallen will, bleibt bei all black. Und fliegt damit immer richtig.

Zudem lässt sich ganz in Schwarz auf so ziemlich allen Hochzeiten tanzen. Ausser ... auf Hochzeiten, genau genommen. An Bällen, Parties, Weihnachtsfeiern, im Büro und Gym, im Bett und auf Beerdigungen (im Vampir-Reich zählen die ja als Geburtstage) – die Nicht-Farbe wirkt immer seriös, chic, luxuriös und reif. Egal, ob man 18 oder 180 Jahre alt ist. Wie praktisch! Ja im wahrsten Sinne des Wortes. Denn selbst wenn der Blutrausch einsetzt, die Ramen-Suppe beim Schlürfen spritzt oder im Büro eine ständig Yogurette mitbringt, dann hat Schwarz keinen Endgegner. Glauben wir vom Fleck weg.

Der einzige Feind, den man zu fürchten hat, ist bekanntlich das Licht. Ein monochromer Look mit Sonnenbrille ist an Coolness deshalb kaum zu übertreffen. Graf Dracula hätte auch eine getragen, wenn es die damals schon gegeben hätte. Wäre der nicht durch einen Pflock im Herzen gestorben, dann hätte er vermutlich ausgesehen, wie Hacker Neo in «Matrix». Nur mit Schmuck wahrscheinlich. Wegen der Aristokratie. Goldschmuck und Perlen nämlich machen mondän und lassen jeden noch so lumpigen Henker wahnsinnig edel aussehen.

Wir fordern: Habt eine dunkle Vorahnung!

Und wer jetzt auf Teufel komm raus doch noch irgendwas zu Schwarz kombinieren möchte, der mache das mit einem fabelhaften Körper. Schwarz mag nämlich jede Form und jedes Alter. So kaschiert es im Fall der Fälle kleine Pölsterchen an Bauch, Hüfte und Po, indem es etwaige Schatten verschluckt. In diesem Sinne halten wir es wie die Addams Family, deren (pseudolateinisches) Familienmotto «Sic gorgiamus allos subjectatos nunc!» soviel bedeutet wie «Wir verspeisen mit Vorliebe diejenigen, die uns zu bezwingen versuchen!».

Düstere Inspo von der Strasse zum aussaugen, äh aufsaugen, gibts hier:

Von Linda Leitner am 31.10.2019