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  4. Werbung auf Instagram: Auf diese Ads sind wir reingefallen

Aufdringlich, aber attraktiv

Wir gestehen: Diesen Insta-Ads sind wir erlegen

Aufgeben ist was für Schwächlinge! Nur wer am Ball bleibt, locht auch ein. Irgendwann wird der Daumen schwach: Es gibt Werbe-Posts in unserem Feed, die ploppen so oft auf, dass wir irgendwann draufklicken. Wir kauern uns auf den virtuellen Beichtstuhl und erzählen, welche heisse Insta-Ad uns irgendwann rumgekriegt hat.

PARIS, FRANCE - SEPTEMBER 27: Thora Valdimars wearing denim jeans, black top and Jeantte Friis Madsen wearing shirt with logo print, black leather pants and Emili Sindlev wearing red knit, pink pants seen sitting on a bench checking their phone outside Alessandra Rich during Paris Fashion Week Womenswear Spring Summer 2020 on September 27, 2019 in Paris, France. (Photo by Christian Vierig/Getty Images)

«Bei mir kommt ständig diese Ad auf Insta ...» «Oh ja, die kenn ich!» «Ich nicht, zeig mal!» So oder so ähnlich könnte das Gespräch zwischen Thora Valdimars, Jeanette Friis Madsen und Emili Sindlev geklungen haben.

Getty Images

Man scrolled und scrolled und scrolled und huch – da ist er wieder: Dieser eine Post, der sich immer wie selbstverständlich in unseren Instagram-Feed schummelt. Ganz zuverlässig springt er uns an und wenn die sozialen Medien mit ihrem Algorithmus richtig liegen, dann gefällt er uns auch. Ihr habt viele Beach-Bilder geliked? Vielleicht hat euch ein Bikini-Label belästigt. Ihr ergötzt euch an virtuosem Schmuck-Layering? Joa, dann verfolgt euch vermutlich irgendein Edelmetall. Wer in seinen Captions oft in Rosé schwelgt, dem wird eventuell ein saisonaler Schnaps ans Herz gelegt. Macht alles Sinn. 

Instagram kennt uns so gut. Man fühlt sich ja manchmal fast geschmeichelt. Und irgendwie auch unterstützt – in seinem Begehren. Der Konsumwahn wird personalisiert und somit geschürt. Und wir fallen drauf rein. So, liebe Kolleginnen: Von welcher Ad habt ihr euch abschleppen lassen? Und wie wars?

Malin kriegt was auf die Ohren

Ich habe ein Problem. Ich bin 28 und werde immer noch von glitzernden Dingen angezogen, wie kleine Kinder von Pfützen. Mein elsterhaftes Verhalten versetzt mich bei Instagram regelmässig in Verzückung und ich habe viel mehr Schmuck-Accounts abonniert, als das gesund für einen normalen Menschen sein dürfte. Üblicherweise halten mich allerdings spätestens die Preismodelle besagter Accounts davon ab, aktiv etwas zu bestellen. Vor Kurzem stolperte ich in meinem Feed über ein Foto eines grün-glitzernden Dinosaurier-Ohrrings. Ich wollte gerade einen melancholischen Seufzer voller Trauer darüber ausstossen, dass die hübschen Teile nie mir gehören würden. War aber gar nicht nötig. Das Foto entpuppte sich als Insta-Ad und die Ohrringe als bezahlbar. Die Dino-Anhänger sind jetzt auf dem Weg zu mir – und ich habe noch einen Schmuck-Account mehr, der mir in meinem Feed entgegenglitzert.
Malin Mueller, Online Editor

Laura und das Gruselkabinett

Immer wieder hab ich sie geliked, die stoffgewordene Gucci-Parodie, wenn sie frohlockend durch meinen Feed schoss. Und das war verdächtig oft. Richtig schön angefüttert hat mich Instagram. Und dann eines Tages: BOOM! Da war er, der gesponserte Post von Selunis mit dem alles entscheidenden Link, auf den mein abgründiges Shopping-Unterbewusstsein ganz offensichtlich schon längst hungrig gelauert hatte. Ein Klick und das T-Shirt samt Casper und Gucci-Schriftzug war in meinem Warenkorb. Jaja, sie hatten mich genau da, wo sie mich haben wollten. Irgendwie unheimlich – aber irgendwie halt auch verdammt praktisch.
Laura Scholz, Channel-Leitung

Denise hatte wasserfeste Vorsätze

Ein bisschen peinlich ist es mir ja, aber auch ich bin auf eine dieser fiesen Instagram-Ads «reingefallen»: «Hey Harper, da gibt es goldenen Modeschmuck, der waterproof ist.» Gepaart mit einem hübschen Bild hat diese Aussage zwischen Badibesuch und Duschgang gereicht, um mich hochswipen zu lassen. Ich gelangte quasi direkt zu dem Objekt meiner Begierde, der «Nassau Gold Necklace»: handgemacht, aus Portugal, goldfarben, günstig. Soweit, so gut – ich bestellte. Nach knapp zwei Wochen konnte ich das gute Stück dann um meinen Hals schwingen und stellte fest: Es ist auch in Real Life so schön wie auf Insta. Und Hey Harper, was soll ich sagen? Bis jetzt (und ich trage sie seit drei Monaten jeden Tag) hat die Kette tatsächlich nicht abgefärbt. Mein Fazit: Swipen lohnt sich eben doch ab und zu!
Denise Kühn, Online Editor

Wenn Jana was in die, äh an den Finger kriegt ...

Bling-Ring ahoi! Wenn es glänzt und funkelt bin ich am Start – zumindest was Schmuck und vor allem Ringe angeht. Das hat scheinbar auch Instagram herausgefunden und füttert mich dauernd mit passenden Werbungen zwischen den Stories. Bisher konnte ich (fast) immer widerstehen – bis auf dieses eine Mal! Da sah ich diesen silbernen Ring mit Rosenquarz und filigraner Verzierung und mein Finger hat sich selbstständig gemacht und draufgeklickt. Keine Absicht, ich schwöre es! Der entscheidende Schritt zum Kauf war dann natürlich nicht mehr weit. Ob ich es bereut habe? Nope. Das gute Stück fühlt sich in meiner Schmucksammlung und an meinem Finger pudelwohl.
Jana Giger, Redaktionsassistenz Style Online

Lara hat sich – im wahrsten Sinne des Wortes – auf die Socken gemacht

Was ich gekauft habe, ist so unfassbar komisch, dass ich nicht sicher bin, ob ich das überhaupt offen zugeben soll. Aber vielleicht habt ihr ja auch so Freunde, die für jeden Spass zu haben sind und deswegen erzähl ich es euch. Also: Ich hab personalisierte Socken gekauft. Und nein, das ist kein Witz. Ständig ploppte diese Werbung für «Welpensocken» auf, bei denen man ein Foto seines Hundes einschicken kann, das dann auf Socken gedruckt wird. Irgendwann zeigte mir Instagram, dass man auch Fotos von Freunden einschicken könnte. Und ich weiss nicht, was mich geritten hat, aber ich fand das einfach zum Totlachen. Also hab ich ein Foto von mir und meiner besten Freundin eingeschickt, die Bestellung aufgegeben und die Socken sind dann (nach gefühlt hundert Jahren Wartezeit) mit unseren Grimassen drauf angekommen. Ich hab sie meiner besten Freundin als Glücksbringer für ihre Prüfungen geschenkt und sie hat die Dinger tatsächlich angezogen – true love!
Lara Zehnder, Volontärin Style Online

Von Style am 17.10.2019