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Muscle Memory

Verlorene Muckis wachsen schneller nach

Das Gym war geschlossen, die Yoga-Session nur vor dem Laptop zu besuchen – wir erinnern uns. Spätestens, wenn wir im Spiegel den Muskelschwund erkennen. Aber! Vergangenes Stemmen und Heben waren nicht umsonst. Einst antrainierte Muskeln, kommen in schnellerer Geschwindigkeit zurück. Ein Grund, motiviert wieder mit Sport anzufangen.

Frau beim Joggen

Auf die Plätze, fertig, zurück in alte Trainingsroutinen! 

imago images/Westend61

Wie könnte man uns die Fitnesspause auch Übel nehmen. Sie wurde uns beinahe auferlegt. Naja, wir übertreiben. Aber die Ausgangslage war lange Zeit schlecht. Das Fitnessstudio? Geschlossen. Der Pilatesraum? Geschlossen. Die Turnhalle? Geschlossen. Jetzt, wo jegliches Sportangebot wieder zugänglich ist, hat die Ausrede, sich nirgends anständig in Form bringen zu können, ausgedient.

Trotzdem: Alte Trainingsroutinen wieder neu zu etablieren, fällt schwer. Erst recht, wenn wir bedenken, wie viel wir für die definierten Körperstellen schwitzen mussten. Bevor der innere Schweinehund noch lauter spricht und der Muskelschwund-Frust noch grösser wird, steuern wir mit guten Nachrichten entgegen. Ein Wiedereinstieg fällt deutlich leichter, als ein Einstieg. Will heissen: Ergebnisse werden rascher sichtbar.

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Muskelaufbau? Beim zweiten Mal gehts schneller.

Wissenschaftler der britischen Keele University gingen der These nach, dass verlorene Muskelmasse beim Wiedereinstieg ins Training, schneller aufgebaut wird, als bei der Neubildung. Dafür wurden untrainierte Probanden aufgefordert, während eines siebenwöchigen Sportprogramms Muskeln aufzubauen und sie in einer mehrwöchigen Pause wieder zu verlieren.

Anschliessend liess man die Testgruppe erneut sieben Wochen trainieren und stellte fest: bei gleicher Dauer und gleichem Trainingsaufwand bildete sich fast doppelt so viel Muskelmasse, als beim ersten Mal. Die Wissenschaftler begründen diesen Effekt mit «Muscle Memory», einer Art Muskelgedächtnis

Muskelgedächtnis: Wie funktioniert das?

Gemäss eines norwegischen Studienergebnisses hängt das Muskelgedächtnis mit Muskelfasern und Zellkernen zusammen. Muskelzellen besitzen mehrere Zellkerne. Wird ein Muskel trainiert, bilden sich weitere Zellkerne: Muskelmasse wächst. Diese Zellkerne bleiben den Muskelzellen auch erhalten, wenn die Muskelmasse schrumpft. Sobald das Training wieder beginnt, müssen für den Muskelwachstum also nicht erst neue Zellkerne gebildet werden, weil bereits welche vorhanden sind. Das beschleunigt den Wiederaufbau der Muskeln

Wie viele Monate die Zellkerne aber effektiv in den Muskelzellen bleiben, ist unter Wissenschaftlern umstritten. Einige behaupten, die Zellkerne gingen gar nie verloren. Wer also auf Nummer Sicher gehen will, kramt schon mal die Sportsachen hervor!

Von Style am 9. Juli 2021 - 16:09 Uhr
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