1. Home
  2. Body & Health
  3. Girl Talk
  4. Menstruationszyklus: Wir klären über fünf gängige Mythen auf

Habt ihr das gewusst?

5 Mythen über unseren Zyklus – wir klären auf

Der weibliche Zyklus ist für viele ein Mysterium. Ist eigentlich jeder Zyklus 28 Tage lang? Sind dermassen starke Unterleibsschmerzen noch normal? Und hat der Mond wirklich einen Einfluss auf die Periode? Wir verraten euch, was an diesen Behauptungen dran ist.

Menstruationszyklus

Nur gerade mal 13 Prozent aller Frauen haben einen klassischen 28-Tage-Zyklus.

Getty Images

Wir durchlaufen ihn monatlich und doch wissen wir kaum etwas darüber: Unseren Menstruationszyklus. Immer wieder geraten wilde Theorien und Mythen in Umlauf, die für ordentlich Verwirrung sorgen. Um etwas Klarheit zu schaffen, haben wir fünf solcher Behauptungen unter die Lupe genommen. 

Mehr für dich

Mythos 1: Jeder Zyklus dauert 28 Tage 
Weit gefehlt. Nur gerade mal 13 Prozent aller Frauen haben einen klassischen 28-Tage-Rhythmus, wie eine amerikanische Studie mit über 600’000 Teilnehmerinnen zeigte. Der Zeitraum vom ersten Tag der Monatsblutung bis zum letzten Tag vor der nächsten Periode dauerte im Schnitt 29.3 Tage. Die Range reichte dabei von 21 bis hin zu 35 Tagen. Also keinen Grund zur Sorge, falls ihr keinen 28-Tage-Zyklus habt, denn so etwas wie eine Norm gibt es nicht.

Übrigens: Die Länge des Zyklus variiert nicht nur von Frau zu Frau, sondern bei über 80 Prozent der Frauen sogar von Monat zu Monat.

Mythos 2: Starke Regelschmerzen sind normal
Manche Frauen haben nur ein leichtes Ziehen, andere durchleben jeden Monat höllische Qualen. Heftige Menstruationsbeschwerden galten lange Zeit als normal und wurden mit Schmerztabletten und einer Wärmflasche behandelt. Heute ist jedoch klar: Dahinter kann eine Endometriose stecken. Bei der Krankheit siedelt sich Gewebe der Gebärmutterschleimhaut ausserhalb der Gebärmutterhöhle an. 

Schätzungsweise leidet jede zehnte Frau in der Schweiz an Endometriose. Sie geht meist einher mit starken Regel- und Unterleibsschmerzen, auch unabhängig von der Menstruation, sowie Schmerzen beim Sex. In manchen Fällen führt sie sogar zu Unfruchtbarkeit. Die Krankheit lässt sich mit Medikamenten oder einem operativen Eingriff behandeln.

Mythos 3: Der Eisprung ist der fruchtbarste Tag
Der Eisprung findet in der Regel in der Mitte des Zyklus statt – doch wie beim Zyklus gibt es auch hier Schwankungen. Nach dem Eisprung wandert die Eizelle den Eileiter hinunter bis zur Gebärmutter. In diesem Zeitraum, der etwa 12 bis 24 Stunden dauert, kann die Eizelle befruchtet werden. Da die Spermien bis zu fünf Tage im Körper der Frau überleben können, spricht man von einer fruchtbaren Phase von bis zu sechs Tagen. 

Der fruchtbarste Tag ist dabei der Tag des Eisprungs – sowie ein Tag davor. Hat man bereits vor dem Eisprung Geschlechtsverkehr, so sind die Spermien schon im Eileiter, was die Chance für eine Befruchtung erhöhen kann.   

Mythos 4: Schlechte Laune von der Periode
«Hast du deine Tage oder warum bist du so schlecht gelaunt?» – eine Frage, die uns Frauen nicht selten gestellt wird und für Kopfschütteln sorgt. Doch so ungern wir es auch zugeben, da ist schon etwas dran. Die schlechte Laune kommt allerdings nicht während, sondern vor der Menstruation.

Laut Studien leiden 30 bis 40 Prozent der Frauen am Prämenstruellen Syndrom (PMS). Betroffene haben neben physischen Beschwerden wie Wassereinlagerungen, Kopfschmerzen oder Brustspannen auch mehr Ängste, leiden unter depressiven Verstimmungen und sind schnell reizbar. Woher die miese Stimmung kommt, ist nicht ganz sicher. Es wird aber vermutet, dass ein Ungleichgewicht der Hormone Östrogen und Progesteron der Auslöser ist.

Mythos 5: Der Mond beeinflusst den Zyklus
Der Mond bewegt Meere, stabilisiert die Erdachse und spielt eine grosse Rolle bei der Fortpflanzung vieler Tierarten. Wieso sollte er nicht auch den weiblichen Zyklus beeinflussen? Manche behaupten, allein die Tatsache, dass der Zyklus des Mondes 29.53 Tage daure – also fast gleich lang wie der Durchschnittszyklus einer Frau – sei ein Indiz für den Zusammenhang. Andere hingegen weisen auf die Schwankungen hin, was so gar nicht dem Mond entspreche.

Was also stimmt? Die deutsche Biologin Charlotte Förster hat in einer Studie die Monatszyklen von 22 Frauen über einen Zeitraum von fünf bis 32 Jahre mit dem Mondzyklus verglichen. Dabei zeigte sich: Die Zyklen waren zeitweise tatsächlich im Gleichtakt. Bei Frauen unter 35 Jahren war dies im Schnitt bei einem Viertel der aufgezeichneten Zeit der Fall. Bei Frauen ab 35 waren die Zyklen deutlich weniger oft synchron. Doch nicht nur das Alter, sondern auch künstliches Licht und spätes Zubettgehen sorgte für Abweichungen. Das lässt vermuten, dass vor allem das Mondlicht den weiblichen Zyklus beeinflusst. Durch moderne Lebensweisen geht dieser Gleichtakt aber zunehmend verloren.

Von Deborah Bischof am 18.09.2021
Mehr für dich
© 2021 Schweizer Illustrierte
© 2021 Schweizer Illustrierte
Logo von Ringier Axel Springer