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  4. Zecken im Rekordjahr 2020: Schutz vor FSME und Borreliose

Rekordjahr 2020?

So handlen wir die Zeckensaison souverän

Der Sommer ist toll. Es ist lange hell, immer warm und wir haben in der Schweiz unzählige Möglichkeiten, die Natur richtig zu geniessen. Denken sich auch die Zecken. Die freuen sich nämlich, wenn wir wieder wandern gehen. Wie sie uns trotzdem den Spass nicht verderben? Weiterlesen.

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Von März bis November haben Zecken Saison. Gerade jetzt scheinen sie aber besonders aggressiv zu sein. 

Getty Images/500px Plus

Zecken sind ziemlich nervige Wesen: Sie machen eigentlich nichts weiter, als den lieben langen Tag im Wald, Unterholz oder Gras auf einen Wirt zu lauern, in dem sie sich feststechen können (zum «Beissen» sind sie aus biologischer Sicht nämlich gar nicht in der Lage), saugen sich dann mit dessen Blut voll und fallen kugelrund wieder von seinem Körper ab. Ach ja, wenns richtig schlecht läuft, paaren sich vorher auch noch schnell an Bord von ihrem Wirt. Also auf uns. Als wäre das alles nicht schon unappetitlich genug, sind die kleinen Biester zu allem Überfluss aber auch noch effiziente Krankheitsüberträger – und lassen sich eigentlich nur auf einem Weg komplett umgehen: Indem man darauf verzichtet, in die Natur zu gehen. Top.

Erwartet uns ein Zecken-Rekord?

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Glaubt man den Zahlen des BAGs, werden die Fälle der Zeckenstiche in 2020 regelrecht explodieren.

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Hochsaison haben die Biester – klar – gerade jetzt. Und wie es in den Prognosen vom Bundesamt für Gesundheit aussieht, erwartet uns 2020 ein echtes Zecken-Rekordjahr (als hätten wir es bisher nicht schon schwer genug gehabt). Die hochgerechnete Anzahl der Stiche übersteigt die der Vorjahre locker mal um das Doppelte. Ist also Panik angesagt? Nicht unbedingt: Experten und Ärzte gehen davon aus, dass wegen des Coronavirus mehr Menschen Zuflucht in der Natur suchen – im Fall eines Zeckenstichs aber auch häufiger zum Arzt gehen.

Trotzdem gilt: Schutz ist wichtig. Denn die häufig von Zecken übertragenen Krankheiten FSME und Borreliose (auch Justin Bieber ist betroffen) können sehr ernst verlaufen und im schlimmsten Fall sogar tödlich enden. Dr. med. Johannes Gutwald, Facharzt FMH für Dermatologie und Venerologie, entwarnt allerdings: Nur bei zwei Prozent aller Stiche kommt es zu einer Infektion mit Borreliose. Wird diese rechtzeitig erkannt und behandelt, kann sie in den meisten Fällen geheilt werden. Gegen FSME gibt es sogar eine Impfung, die den Einwohnern von stark betroffenen Zecken-Gebieten empfohlen wird. Der beste Schutz ist und bleibt aber, der Zecke gar keine Möglichkeit zu bieten, zuzustechen. 

So schützen wir uns

Besonders sicher: dicht am Körper liegende Kleidung (auf hellen Stoffen erkennt man Richtung Haut krabbelnde Zecken einfacher), die Arme und Beine bedeckt. Bei 29 Grad im Schatten eher weniger verlockend? Sprays für die Haut und Insektizide für die Kleider helfen ebenfalls beim Vorbeugen.
Und: Nach jedem(!) Aufenthalt im Wald gehört das gründliche Absuchen des Körpers zum absoluten Pflichtprogramm. Achseln, Intimbereich, Kniekehlen und Ellenbeugen sind besonders beliebte Zecken-Ziele (falls das bisher nicht nicht klar war, die Biester sind richtig gemein). Hat tatsächlich eine zugeschlagen, sollte sie möglichst schnell mit einer Zeckenkarte oder -zange entfernt werden. Wichtig: Die Zecke so hautnah wie möglich packen und senkrecht und gleichmässig aus der Haut ziehen. Die Einstichstelle anschliessend desinfizieren.
Wer nach einigen Tagen eine kreisförmige Rötung am Einstich, Fieber oder andere Krankheitssymptome feststellt, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Von Malin Mueller am 25.05.2020
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