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Expertin gibt Rat

Woran erkennt man ein Hormonchaos?

Vom Schlaf bis zur Libido – Hormone steuern unser gesamtes Leben. Wenn sie aus dem Gleichgewicht geraten, kann das schwerwiegende Folgen haben. Dr. med. (bg) Alina Staikov klärt auf, bei welchen Symptomen man reagieren sollten.

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A woman lying/sleeping on her back on the bed with her hand/arm over her head

Sind die Hormone aus dem Gleichgewicht geraten, kann sich das an vielen Stellen des Körpers bemerkbar machen.

Getty Images

Hormone sind für viele Vorgänge im Körper verantwortlich, einige davon sind sogar lebenswichtig. Sie regulieren zum Beispiel den Energie- und Wasserhaushalt, das Wachstum und die Fortpflanzung. Gerät der Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht, kann das schwerwiegende körperliche und seelische Folgen haben. Umso wichtiger ist es, schnell zu erkennen, wenn etwas nicht stimmt. Dr. med.(bg) Alina Staikov, Praxisleiterin bei Gynpoint, gibt Auskunft darüber, bei welchen Symptomen die Alarmglocken läuten sollten.

«Verschiedene äussere Einflüsse, Krankheiten, aber auch physiologische Prozesse wie die Wechseljahre können die Hormone aus dem Gleichgewicht bringen. Da Hormone einen Einfluss auf verschiedene Funktionen und Systeme im Körper haben, macht sich das in verschiedenen Symptomen bemerkbar», erklärt die Ärztin. Das Ungleichgewicht kann nicht nur in den Wechseljahren auftreten. Oft sind auch junge Frauen von den folgenden Symptomen betroffen.

Schlafstörungen

Der veränderte und schwankende Hormonspiegel, vor allem in den Wechseljahren, kann zu Schlafstörungen führen. Das Schlimme daran ist, dass es dabei oft nicht bleibt. Staikov erklärt: «Der Wach-Schlaf-Rhythmus wirkt sich auf andere Hormone und Systeme im Körper aus, zum Beispiel auf den Cortisolspiegel, den Insulin- und Blutzuckerstoffwechsel, die Regulierung von Hunger und Appetit, den Blutdruck und das Immunsystem.»

Hitzewallungen

Typisch für die Wechseljahre sind Schweissausbrüche und Hitzewallungen, die eine Reaktion des vegetativen Nervensystems auf die hormonellen Veränderungen sind. Der weibliche Körper reduziert die Produktion der weiblichen Geschlechtshormone, wodurch die fruchtbare Phase beendet wird. Dies ist ein natürlicher Übergang, mit dem jede Frau irgendwann konfrontiert wird.

Gewichtszunahme

In der Perimenopause (der Übergangszeit unmittelbar vor dem Ausbleiben der Periode und ein Jahr danach) kann es aufgrund der veränderten Verteilung von Fett- und Muskelgewebe, der Abnahme der Muskelmasse und der Verteilung von Gewebeflüssigkeiten mit Wassereinlagerungen auch zu einer unerwünschten Gewichtszunahme kommen. «Im Durchschnitt sind das etwa 0,5 Kilogramm pro Jahr», weiss die Gynäkologin.

Blutungsstörungen

Ein Phänomen, das sowohl in jungen Jahren als auch in der Perimenopause auftreten kann, ist eine Blutungsstörung. Das kann das Ausbleiben der Periode, Zwischenblutungen oder eine schwache oder sehr starke Menstruation bedeuten. Manchmal stecken komplexe Störungen dahinter, und zwar nicht nur in den Drüsen, die Sexualhormone produzieren.

Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit

Je nach Störung des Hormonungleichgewichts kann sich bei Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter in einer Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit äussern. Die betroffenen Frauen haben Schwierigkeiten, schwanger zu werden.

Vermehrte Körperbehaarung, Akne oder Haarausfall

Der Grund dafür ist eine erhöhte Produktion männlicher Hormone. Manchmal werden diese Beschwerden von anderen Symptomen begleitet, wie zum Beispiel Gewichtsproblemen mit Blutzuckerstoffwechselstörungen sowie Blutungsstörungen bei jüngeren Frauen. Auch hier handelt es sich um manchmal komplexe Störungen, die durch verschiedene hormonproduzierende Drüsen verursacht werden.

Verlust der Libido

Ein Abfall des Sexualhormonspiegels wirkt sich direkt auf die Sexualorgane aus. Frauen leiden dann meist unter Scheidentrockenheit und Libidoverlust. Ein veränderter Blutfluss im Genitalbereich kann auch zu Harnwegsinfektionen führen.

Was kann man tun, um die Hormone wieder in Gleichgewicht zu bringen?

Eine gesunde Lebensweise in Form von ausgewogener Ernährung, ausreichend Schlaf, regelmässiger Bewegung, Stressabbau und Entspannungstechniken, Verzicht auf Nikotin, Alkohol und Vermeidung von zu viel Kaffee ist die Voraussetzung dafür, dass der Hormonhaushalt im Gleichgewicht bleibt. So können eine ungesunde Lebensweise, wie falsche Ernährung oder Magersucht, exzessiver Sport, Suchtmittel wie Drogen zu Hormonstörungen führen. Leider kann es auch krankhafte Zustände geben, darunter auch genetische Komponenten, die ein hormonelles Chaos verursachen. Physiologische Perioden, wie oben erwähnt, der Übergang zur Menopause (der Zeitpunkt, an dem die Menstruation ausbleibt) und bis sich ein neues stabiles hormonelles Gleichgewicht der Sexualhormone einstellt, führen durch den fallenden und schwankenden Sexualhormonspiegel auch zum sogenannten «Hormonchaos». Dr. med. (bg) Alina Staikov rät daher, bei den oben genannten Symptomen immer einen gynäkologischen und je nach Störung auch einen anderen fachärztlichen Rat aufzusuchen.

Von Denise Kühn am 25. November 2022 - 16:00 Uhr