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Kleine Beträge, grosse Wirkung

Wie viel Trinkgeld sollte man jetzt geben?

Es steht ausser Frage: Corona hat das Bezahlen mit physischem Geld quasi aus der Welt geschafft – und damit auch das Trinkgeld gekillt. Dabei ist gerade jetzt die Zeit, grosszügig zu sein und das Münz als motivierendes Kommunikationsmittel zu nutzen.

trinkgeld münzen in schweizer franken

Genau jetzt ist die Zeit, die lokalen Restaurants und Bars zu unterstützen.

Getty Images

Restaurants und Bars öffneten gerade ihre Terrassen wieder und viele Leute erfreuen sich ab dem ausserhäuslichen Konsum. Doch sackt diese Freude nicht immer bis zur Bedienung durch, denn seit die Pandemie den Ruf des physischen Geldes wortwörtlich in den Dreck gezogen hat, kriegen Kellner*innen deutlich weniger Trinkgeld. 

C-konformes Trinkgeld zu geben, ist gar nicht mal so leicht

Überraschend ist das nicht. Physisches Geld gilt häufig als absolut unhygienisch, fasst man es doch ständig an und weiss nicht, wer es vorher bereits in den Fingern hatte. Wo früher noch übriges Kleingeld im Portemonnaie klimperte, das man völlig selbstverständlich der Rechnung im Restaurant beigelegte, stecken jetzt nur noch Kärtchen, die kontaktlos und hygienisch über dem Zahlungsgerät schweben. Logisch, dass sich da nur die wenigsten die Mühe machen, noch extra Trinkgeld in das Gerät einzutippen, geschweige denn überhaupt die potenziell Viren-verseuchten Tasten zu berühren. Corona-konformer erscheint Variante 2: Innert Sekundenschnelle nennt man der Bedienung – und zwar noch bevor sie den Rechnungsbetrag ins Gerät eintippt – einen Trinkgeldbetrag, den sie doch bitte noch addieren soll. Naja … Alles irgendwie zu stressig, zu aufwendig, zu anstrengend.

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Trotz allem wäre es doch gerade jetzt nötig, die Gastro-Branche mit etwas Kleingeld zu unterstützen. Jede einzelne Existenz, die an nur einem Restaurantbetrieb hängt, ist in Zeiten der Krise nun wirklich schon genug am Limit. Und überhaupt ist es doch irgendwie ein ungeschriebenes Gesetz, dass man bei einem guten Restaurant-Aufenthalt einen kleinen Batzen liegen lässt.

Das Feedback liegt im Batzen

Tatsächlich haben diverse Studien Trinkgeld auch schon als eine Art Kommunikationsmittel angepriesen. Erstens, weil wir mit der Höhe des Trinkgeldes ganz offen darlegen, ob wir eher grosszügig oder geizig sind. Und zweitens, weil es für Bedienung und Küche ein wortloses Feedback darstellt. Geben wir Trinkgeld stellen wir uns schliesslich immer die Frage: Wie freundlich und aufmerksam war der Service und wie gut das Essen? Das Trinkgeld verrät es. Obwohl, zu viel sollte es dann auch nicht sein. Das könnte nämlich protzig und herablassend wirken. 

Über die Höhe des Trinkgeldes scheiden sich nach wie vor die Geister. Meistens spricht man von zehn Prozent des Rechnungsbetrages. Grundsätzlich aber rechnen wir in der Schweiz das ja meist nicht so genau aus, sondern runden den Betrag einfach zu einer schönen Summe auf. In der Regel ist hierzulande das Trinkgeld sowieso freiwillig. Und diese ungeschriebenen Gesetze sind auch gar nicht mal so schlecht, wenn man bedenkt, dass Trinkgeld, wie oben schon erwähnt, auf die Qualität des Restaurants abgestimmt wird.

Kein Trinkgeld ist auch keine Lösung

Aber – und das ist die grosse Zwickmühle – momentan leben wir in einer Krise. Und auch wenn das Geben von Trinkgeld noch so mühsam scheint, so ist es angesichts der wirtschaftlichen Lage aktuell mehr als erwünscht. Klar, nicht nur die Gastro-Branche leidet und auch die Kundschaft hat vielleicht finanzielle Schwierigkeiten. Doch wer sich auf eine wiedereröffnete Terrasse setzt und sich wie immer kurz vor dem Bezahlen die Qualitätsfrage stellt, sollte sich zusätzlich fragen: Wie notwendig ist es, die Bedienung und das Restaurant zu unterstützen? Die Antwort kennen wir alle. Und sowieso tippt die Bedienung den Betrag auf dem Zahlungsgerät bestimmt gerne noch ein zweites Mal ein, falls wir das Trinkgeld vor dem ersten Mal nicht rechtzeitig einwerfen konnten.

Wie steht es um euren Umgang mit Kleingeld in der Krise: Gebt ihr Trinkgeld oder lasst ihr es lieber bleiben? Erzählt es uns in den Kommentaren.

Von Lara Zehnder am 23.04.2021
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