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Sie setzt auf genderneutrale Erziehung

Patrizia Laeris Söhne tragen auch Pink

Immer wieder wurde die erfolgreiche Wirtschaftsjournalistin und Ökonomin Opfer von Sexismus. Doch nichts hindert Patrizia Laeri daran, stark und modisch selbstbewusst aufzutreten – auch nicht, dass ihre beiden Söhne sie manchmal «Tussi» nennen. Nun verrät sie in einem Interview, wie sie ihre Jungs für feministische Anliegen sensibilisiert.

Patricia Laeri

Eine Frau mit klaren Vorstellungen, auch in der Erziehung ihrer beiden Söhne: Patrizia Laeri.

tefanwalter.ch

Nach 17 Jahren beim Schweizer Fernsehen, das sie im vergangenen Frühling verliess, ist Patrizia Laeri, 43, eine der bekanntesten Moderatorinnen im Land. Und dies, obwohl die ehemalige «SRF Börse»- und «Eco»-Moderatorin über ihr Privatleben nie viel preis gegeben hat. In der SRF3 Gesprächsendung Focus erzählt Patrizia Laeri nun von ihrem turbulenten Berufsjahr – ihr neuer Arbeitgeber CNNMoney Switzerland ging kurz nach ihrem Stellenantritt als neue Chefredaktorin Konkurs – und auch ein wenig aus ihrem Familienleben mit ihrem Partner und den beiden Söhnen Luis Magnus, 9, und Laurin Niklas, 7.

Diese interessieren sich dank dem Kanal ihrer neuen Wirtschaftssendung #DACHelles nun endlich auch etwas für Mamas Arbeit: Weil die erste transalpine Wirtschaftssendung für Deutschland, Österreich und die Schweiz auf Youtube erscheint:

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Den Kindern Gleichberechtigung vorleben

Ansonsten bringt Patrizia Laeri ihr Anliegen, Frauen zu stärken, daheim bei ihren Söhnen eher indirekt ein: indem sie und ihr Partner ihnen Gleichberechtigung vorleben. «Meine Buben sehen zu Hause, wie gleichberechtigt alles aufgeteilt ist, mein Mann kann zum Beispiel viel besser kochen als ich», erzählt Patrizia Laeri. Und empfiehlt den Focus-Zuhörerinnen: «Also immer Augen auf bei der Partnerwahl. Die meisten emanzipatorischen Kämpfe werden daheim in den eigenen vier Wänden ausgefochten.»

Sie findet deshalb, die Partnerwahl beginne schon mit der Suche des passenden digitalen Tools, und empfiehlt Frauen, «auf feministische Datingplattformen wie Bumble» zu setzen statt etwa auf Tinder.

Zudem legt sie bei der Erziehung ihrer Söhne noch auf etwas anderes wert, wie Patrizia Laeri weiter erzählt.

Pink und Puppen für ihre Buben

«Genderneutrale Erziehung finde ich extrem wichtig», sagt Patrizia Laeri. Dazu gehört für sie auch, dass sich jede und jeder so anziehen darf, wie er oder sie es will. Und so wie sie sich diesbezüglich nicht beirren lässt, wenn ihre Söhne ihr mal wieder sagen: «Mami, du bist so eine Tussi», lässt sie auch ihre Buben alles tragen.

Ein Kindergartengspänli ihres jüngeren Sohns habe mal zu ihm gesagt, rosa und pink seien Mädchenfarben, was ihn offenbar verunsichert hat. «Du sagst doch immer, es gebe keine Mädchen- und Bubenfarben?», habe er sie gefragt. Und sie antwortete: «Ja, das gibt es nicht, du darfst weiterhin deine pinken Sachen tragen.»

Auch Stars wie Kourtney Kardashian oder Brian Austin Green lassen ihre Kinder sich genau so stylen, wie sie es mögen, auch wenn ihre Söhne zum Beispiel wegen ihrer langen Haare bei den Fans auf Social Media auf Unverständnis stossen. 

Dass sie alles dürfen, gilt natürlich nicht nur bei der Kleidung, sondern ebenso bei den Spielsachen ihrer Kinder. Patrizia Laeri findet es wichtig, ihren Söhnen die ganze Auswahl zu ermöglichen, unabhängig von irgendwelchen Stereotypen. «Ich habe ihnen auch Bäbis und Spielwagen zur Verfügung gestellt.»

Und was machten sie damit? «Sie bauten die Wagen zu Seifenkisten um, und mit neun Monaten wollten sie vor jeder Baustelle anhalten und jedes Auto anschauen …» Da ist ihr klar geworden: «Im Durchschnitt sind wir Männer und Frauen einfach unterschiedlich», sagt Patrizia Laeri, «und das ist ja das Bereichernde – ich finde diese Gleichmacherei einfach schlimm.»

Sie ist sich zwar bewusst, dass sie die Sozialisierung ihrer Söhne nicht allein beeinflussen kann. Aber mit so einer Mama haben die beiden punkto Gleichberechtigung schon mal ein perfektes Vorbild.

Von Christa Hürlimann am 15.12.2020
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