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  4. Bei Sonnencreme löst sich der Nagellack: Das ist der Grund

Gibts da ein Problem?

Maniküre vs. Sonnencreme: Da ist der Lack ab

Als vorbildliche Sonnenanbeter geht es für uns ohne Lichtschutzfaktor im Sommer nicht aus dem Haus. Kein Problem, ist ja schliesslich ein Dienst für unsere Gesundheit. Wäre nur nett, würde der Schutz nicht jedes Mal unsere Maniküre ruinieren. Gibts da ein Geheimnis?

Maniküre vs. Sonnencreme: Da ist der Lack ab

Beim Eincremen mit Nagellack ist Vorsicht geboten. Kommt beides miteinander in Kontakt, löst sich die Maniküre gern mal auf. 

Getty Images

Ach, ihr wunderbaren Sommerabende: Was gibt es Schöneres als nach einem langen Tag am See die letzten Sonnenstrahlen in selbigem versinken zu sehen, in der linken Hand ein Glas Rosé, die rechte fährt durchs offene Haar – und bleibt plötzlich kleben?! Die passionierten Nagellack-Fans unter uns kennen das Problem: Kommt unsere Maniküre in Kontakt mit der Sonnencreme, löst sie sich in eine klebrige, matte Masse auf, die sich von den Nägeln schaben lässt. Alles andere als ästhetisch. Aber wie kommt das eigentlich? Und kann etwas, das sogar unseren Nagellack auflöst, wirklich gut für unsere Haut sein?

Wir sind aus dem Schneider

Kommen wir zuerst zu den guten News: Anders als unserem Nagellack schadet die Creme uns selbst nicht. Alle Sorten, die in der Schweiz verkauft werden, unterliegen strengen Qualitätsstandards und dürfen ausschliesslich für die Haut als «sicher» eingestufte Inhaltsstoffe enthalten. Das gilt für beide Arten von Sonnenschutz: den mineralischen und den chemischen. Denn ja, es gibt zwei Varianten von Schutz.

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Wo ist der Unterschied?

Heutzutage setzen wir meistens auf die chemische Variante. Sie lässt sich gut verteilen, wirkt augenblicklich und ist, einmal aufgetragen, unsichtbar. Sie wirkt, indem sie die Strahlen, die in die Haut eindringen, in Wärme umwandelt und sie so unschädlich macht. Die mineralische Variante blockt auf «physische» Art. Ihr wisst schon: Die Creme, die wir als Kinder in der Badi aufgetragen bekommen haben. Sie färbt den Körper weiss und ist nur schwer wieder zu entfernen. Sie lässt Sonne also gar nicht erst durch. Mittlerweile gibt es auch Produkte mit Nano-Partikeln, die sich besser verteilen lassen und nicht so sichtbar sind. Allerdings streitet die Wissenschaft noch darüber, ob die Teilchen möglicherweise klein genug sind, um in unsere Haut einzudringen und uns so gesundheitlich zuzusetzen.

Wo liegt nun das Problem?

Schlaue Füchse haben es sich vermutlich schon gedacht: Das Problem mit dem Nagellack ergibt sich nur bei einer Art der beiden Cremes. Es ist – Trommelwirbel – die Chemische. Die enthält fast immer die Stoffe Oxybenzon, Octinoxat oder Octocrylen. Und jetzt kommts: Alle drei werden auch in Nagellackentferner eingesetzt! Klar, dass unsere Maniküre das nicht lange mitmacht. Leider ist das nicht der einzige Nachteil: Die Chemikalien greifen auch die Korallenriffe im Meer massiv an und sind deswegen in einigen Ländern komplett verboten. Wer sichergehen will, dass er keinen Schaden anrichtet, sollte die Inhaltsstoffe genau überprüfen oder auf den Hinweis «Reef Safe» achten – besonders, wenn es in die Ferien geht. 

Gibt es Lösungen für die Nägel?

Den Riffen und seinen Nägeln tut man also einen Gefallen, wenn man auf mineralische Sonnencreme umsteigt und mit dem leichten Weiss-Schleier auf der Haut lebt. Wer das nicht kann, sollte seine Nägel mit einem feuchten Tuch abwischen, sobald sie mit Sonnencreme in Berührung gekommen sind, oder die Creme direkt mit Handschuhen auftragen. Auch Gelnägeln oder Shellac, die unter UV-Licht ausgehärtet sind, kann Sonnencreme nichts anhaben. Die einfachste Möglichkeit ist und bleibt es aber, seine Nägel im Sommer einfach mal atmen zu lassen, und von vornherein auf den Lack zu verzichten. 

Von Malin Mueller am 02.07.2020
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