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  4. Machen Gluten dick? Die ewige Frage aufgeklärt.

Die Frage aller Fragen

Nehmen wir durch Gluten zu?

Gluten hat in den letzten Jahren eine Art Rufmord erlitten. Es kursiert das Gerücht, immer mehr Menschen würden eine Unverträglichkeit entwickeln. Obendrauf gilt es als Dickmacher. Was ist da dran?

English actress and singer Petula Clark eating a baguette at a Lyons teahouse in Paris, France, 19th November 1960. (Photo by Michael Hardy/Express/Hulton Archive/Getty Images)

Bye, bye Baguette. Wer nicht zunehmen will, verzichtet auf Gluten. Macht das Sinn? 

Getty Images

Glutenfreie Ernährung boomt. Immer mehr Menschen schwören der Substanz ab. Und auch die Supermärkte reagieren auf den Trend und werben zunehmend mit Produkten ohne den vermeintlich bösen Inhaltsstoff. Aber wieso eigentlich? Warum ist Gluten, also natürliches Eiweiss, das in Weizen und in verwandten Getreidesorten vorkommt, so verrufen?

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Ernährungsspezialistin Dr. Uma Naidoo erklärt gegenüber der Gesundheitsplattform Poosh, dass eine Glutenunverträglichkeit, die sogenannte Zöliakie, tatsächlich immer häufiger auftritt. Das liegt neben der Industrialisierung und der sinkenden Qualität unserer Lebensmittel, vor allem an dem Darmungleichgewicht, das durch die heutige Ernährung bei vielen von uns ein Problem darstellt. Der Körper reagiert empfindlicher auf bestimmte Stoffe, als früher – unter anderem auf Gluten.

Sind Gluten Dickmacher?

Eine Gewichtszunahme durch reines Gluten ist wissenschaftlich nicht bestätigt. Naidoo erklärt, dass Gluten im Darm Entzündungen hervorrufen kann, die wiederum zu einem aufgeblähten Bauch und Völlegefühl führen. Dadurch kann schnell der Anschein entstehen, man hätte zugenommen. In Wahrheit sind es aber oft die anderen Zutaten, die in Produkten mit Gluten wirklich dick machen. In Lebensmitteln wie Brot oder Fertigpasta ist meist raffiniertes Getreide und Zucker enthalten. Die sind nicht lange sättigend, heben den Blutzuckerspiegel und führen langfristig zu Heisshungerattacken.

Sind glutenfreie Produkte die Lösung?

Nicht automatisch. In vielen glutenfreien Alternativen stecken genauso viele versteckte Dickmacher, wenn nicht noch mehr. Wer auf diese Inhalte verzichten möchte, dem rät die Ernährungsexpertin zu Nahrungsmitteln wie Quinoa, Soba-Nudeln aus Buchweizen oder Hülsenfrüchten, die von Natur aus ohne Gluten auskommen.
Wer nicht unter Zöliakie oder anderen Unverträglichkeiten leidet, muss also auch nicht auf Gluten verzichten, um in shape zu bleiben. Wie bei so vielem liegt der Schlüssel auch hier am Ende in einer ausgewogenen Ernährung. Und kommt dort Gluten vor, bedeutet das allen Trends zum Trotz nicht zwingend Schlechtes. 

Von ken am 17.09.2021
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