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Zoom-Calls, ASMR und Co.

Die Wichtigkeit der Stimme in der heutigen Zeit

Anlässlich des heutigen World Voice Days hinterfragen wir: Was sagt die Stimme eigentlich alles über uns aus? Und worauf sollten wir bei der nächsten Rede im Zoom-Call achten? Stimm- und Sprechtrainerin Isabelle Paris hat es uns erklärt.

Laughing woman: closeup of woman's face and mouth laughing. There is motion blur and movement. The candid woman's mouth is open with happiness and laughter. Woman could also appear to be singing, talking or yelling, but is happy. Part of a series.

Zwischen Zoom- und Telefon-Calls gewinnt die Stimme immer mehr Aussagekraft.

Getty Images

Kennt ihr diese Videos, in denen jemand das Mikrofon der Kopfhörer ganz nah an den Mund hält und sorgfältig einige Töne reinspricht? Ja, das ist ASMR. Eine auf seltsame Weise beruhigende Art zu sprechen, die unseren Gehörgang befriedigt. Ganz im Gegenteil zu den mittlerweile fast täglichen Zoom-Calls: Da ist man froh, wenn die Internetverbindung stabil ist und überhaupt ein Ton rauskommt. Und trotzdem erfordert so ein Video-Call mit der Büro-Belegschaft Vorbereitung und eine bewusste Wortwahl. Denn – und das kennen mittlerweile bestimmt die meisten Zoom-Nutzer – sonst endet die virtuelle Präsentation in einem wirren Gestotter.

Kurz: Stimme und Rhetorik sind präsent wie nie – und haben immer mehr Einfluss auf die Art und Weise, wie wir auf unser Gegenüber wirken. Isabelle Paris ist Off-Sprecherin beim Schweizer Fernsehen SRF, gibt nebenbei Stimm- und Sprechtrainings und hat uns erzählt, worauf es beim Sprechen ankommt.

Style: Die Stimme ist dank Video-Calls, ASMR und Co. so präsent wie noch nie. Welchen Einfluss hat sie auf unsere Wirkung auf andere Personen?
Isabelle Paris: Wir können mit unserer Stimme Emotionen erzeugen, Stimmungen oder Haltungen preisgeben. Unsere individuelle Art und Weise, wie wir etwas sagen, kann Vertrauen schaffen, Seriosität signalisieren oder auch abschrecken. Zudem können wir unsere Stimme trainieren, was den Stimmklang, die Tonlage oder die Schnelligkeit angeht.

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Was kann die Stimme alles über einen Menschen aussagen?
Ob eine Person glaubwürdig, natürlich, selbstbewusst oder authentisch ist. Die Stimme drückt unseren Gefühlszustand, Ehrlichkeit und Absichten aus. Und mit diversen Stimmlagen und Tonalitäten ist man in der Lage, seinen Aussagen eine ganz eigene «Würze» zu geben.

Wie können wir mit der Stimme sympathischer wirken?
Wer lächelt, hat schon fast gewonnen. Wer sich Zeit lässt beim Reden, eine tiefere Stimmlage nutzt, Akzente setzt, Pausen oder kurze Sätze macht, gibt dem Gegenüber ein wohliges Gefühl.

Wie können wir mit der Stimme seriös wirken?
Man sollte bewusst sprechen und die Gedanken bereits vorher im Kopf formulieren. Weniger ist mehr!

Welches sind häufige Fehler, die wir beim Sprechen in einem Telefonat machen?
Gerade geschäftliche Telefonate sollten vorbereitet werden. Egal mit wem man spricht: Angst hilft nie – und blockiert. Macht euch Gedanken darüber, was euch hilft, damit ihr euch wohl fühlt. Steht ihr beim Telefonieren lieber oder bringt ihr die Sätze viel besser über die Lippen, wenn ihr sitzt? Schafft euch die perfekten Voraussetzungen für ein gutes und erfolgreiches Telefonat.

Worauf sollten wir beim nächsten Zoom-Call achten, wenn wir sprechen?
Das Gegenüber muss Zeit haben, unser Statement verstehen zu können. Steigt prägnant ein und sprecht das Publikum bewusst an, das Gesagte sollte einem inneren Drehbuch folgen. Oft helfen Stichworte oder eine bestimmte Dramaturgie auf einem Notizzettel. Wildes Herumfuchteln sollte vermieden werden. Und natürlich hilft eine Menge Humor.

Nutzt ihr eure Stimme ganz bewusst für ein souveränes Auftreten oder quasselt ihr lieber spontan drauf los? Erzählt es uns in den Kommentaren.

Von Lara Zehnder am 16.04.2021
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