1. Home
  2. Body & Health
  3. Mind
  4. Einschlaftipps: So schaffen wir es früher ins Bett

Hilft auch gegen Augenringe

So schaffen wir es früher ins Bett

Jeden Morgen schwört ihr euch, am Abend zeitig ins Bett zu gehen. Und schafft es dann doch nicht. Dafür gibt es einen Namen: Revenge-Bedtime-Prokrastination. Wir erklären, was damit gemeint ist und wie wir es trotzdem schaffen – ganz sicher!

Frau und Mann im Bett mit Smartphone

Wie wärs wieder mal mit kuscheln? 

Getty Images

Gestern habe ich es wieder getan, genauso wie am Tag zuvor und zuvor und zuvor – ich bin viel zu spät ins Bett gegangen. Der Abend mit all seinen Möglichkeiten ist einfach zu verlockend. Da gibt es die neue Folge der Lieblingsserie, die ewig neuen Storys bei Instagram, das Projekt, das man dringend fertig machen möchte. Potentiert wird das ganze Prozedere, wenn man Kinder hat. Denn wird es draussen langsam dunkel, drehen sie so richtig auf. Sie wollen unbedingt nochmals die einstudierte Tanzchoreo aufführen, dem Hamster frisches Futter bringen oder das A-3-Blatt-füllende Mandala zu Ende ausmalen – Ommm!

Es gibt einen Begriff dafür: Revenge-Bedtime-Prokrastination

Sind die Kids dann endlich im Bett, beginnen die paar Stunden, welche man nur für sich hat. Nach draussen locken einen nur Verabredungen, den Alltag kann man hinter sich lassen. Das ist auch der Grund, warum man diese Zeit so lange hinauszögern möchte wie möglich, obwohl man müde ist  – man muss nichts. Ausser eben ins Bett gehen. Und das am besten zeitig. Dagegen rebellieren wir. Das Ganze hat einen Namen: Experten sprechen von der Revenge-Bedtime-Prokrastination. Dabei geht es darum, dass das lange Wachbleiben als Akt des Widerstands gegen äussere Lebensumstände gesehen wird, die einem wenig Verfügungsgewalt über die eigene Zeit lassen, wie es auf t3n heisst. 

Mehr für dich

Die Augenringe am nächsten Morgen können wir kaschieren – die Auswirkungen auf die Gesundheit leider nicht. «Am Schlaf zu sparen lohnt sich nicht», sagt die Psychologin Ines Wilhelm auf der Homepage der Uni Zürich. Sie erforscht wie Schlaf und mentale Gesundheit zusammenhängen. Chronischer Schlafmangel erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten, er schwächt das Immunsystem und bringt den Stoffwechsel durcheinander. Zusätzlich leide auch die Psyche. «Schlafbedürfnisse sind sehr individuell, die Bandbreite ist gross und reicht von sechs bis neun Stunden», sagt Ines Wilhelm.

Die besten Tipps

Den Rechner brauchen wir jetzt nicht zu zücken – fühlen wir uns jeden Morgen wie gerädert, war es definitiv zu wenig Schlaf. Und wer sich wie so viele täglich schwört, am Abend eher ins Bett zu gehen, liest jetzt am besten diese Tipps: 

1. Zur Ruhe kommen
Wer nicht ins Bett möchte, weil er sich tagsüber fremdbestimmt fühlt, sollte versuchen am Abend in eine entspannte Stimmung zu kommen. Also am besten etwas zu tun, was einem ermöglicht den Frust loszulassen. Laut Forscher*innen sind nämlich vor allem die Personen anfällig für Prokrastination, welche impulsiv sind, sich leicht ablenken lassen oder sich allgemein nicht gut selbst regulieren können. 

2. Den nächsten Tag planen
Damit man weniger gestresst ist und den Tag besser ausklingen lassen kann, organisiert man am besten schon ein paar Dinge für den nächsten Morgen. Das heisst zum Beispiel die Kleider raussuchen, ein paar Notizen machen und das Nötigste aufräumen. 

3. Eine ist genug, eine ist genug, eine …
Nur noch 5 Minuten von der neuen Folge? Vergiss es. Wer dem Serienmarathon ein Ende setzen möchte, muss konsequent bleiben. Und das heisst: Eine Folge pro Abend! Im ersten Moment ziemlich hart, hat man es aber geschafft, auch etwas, worauf man stolz sein kann. Schliesslich sind Serien ja so ausgelegt, dass wir fast nicht anders können. Nicht (mehr) mit uns! Und dann heisst es weiterhin stark bleiben: Auch andere Kanäle wie Youtube sind jetzt tabu – egal ob Eamon und Bec gerade zeigen, wie sie ihr neues Traumhaus in den Wäldern von Kanada bauen. 

4. Smartphone weg
Weiter gehts mit der Selbstdisziplin. Das Smartphone ist in diesem Fall einer eurer grössten Gegner und Gegenstand unzähliger Verlockungen. Die Sozialen Medien, Zeitungsabos, Chats mit Freunden oder einfach alte Bilder und Videos durchscrollen – die Möglichkeiten zum Zeitvertreib sind endlos. Nicht so leider die Anzahl Stunden in der Nacht. Deshalb legen wir das Smartphone zu einer bestimmten Uhrzeit am besten in sein Bett, also in eine Schublade oder ähnliches. Hauptsache, wir sehen es nicht ständig. 

Und wenn man es dann zeitig ins Bett geschafft hat, muss man nur noch einschlafen. Wem auch das Mühe bereitet, liest hier unsere besten Tipps >

Schafft ihr es immer rechtzeitig ins Bett? Würdet ihr lieber mehr schlafen? Lasst es uns in den Kommentaren wissen. 

Von lm am 27.05.2021
Mehr für dich
© 2021 Schweizer Illustrierte
© 2021 Schweizer Illustrierte
Logo von Ringier Axel Springer